Verkehrskontrolle

Ich habe ein seltenes Talent: Selbst wenn ich nicht verschlafe, und das passiert selten, kann ich unpünktlich sein. Manche behaupten, das liege an meinen südeuropäischen Genen, die ich von meinen Eltern geerbt habe. Dort, in Griechenland, werden Termine grundsätzlich etwas lockerer gehandhabt. Wenn für eine Verabredung ein genauer Wochentag vereinbart wird, ist das eine nahezu präzise Eingrenzung. Ein Witz mit gar nicht mal so unrealistischem Hintergrund geht so: Tower an British Airways, Ihre Landung ist um 15.50 Uhr. Tower an Lufthansa, sie landen um 16.12 Uhr. Tower an Olympic Airways, es ist Dienstag.

An diesem Morgen musste ich pünktlich sein. Und noch dazu sehr, sehr früh aufstehen. Also gleich zwei Anforderungen auf einmal, die mich vor gewisse Probleme stellen. Da ich aber meinen Eltern versprochen hatte, sie zum Flughafen zu fahren, ging es nicht anders. Erstaunlicherweise klappte es. Als der Wecker um 4 Uhr morgens klingelte, hüpfte ich aus dem Bett, trank schnell einen Kaffee und setzte mich nur 20 Minuten später ins Auto. Wow. Noch massig Zeit.

Ich wäre pünktlich gewesen …

… wenn mich die Polizei nicht angehalten hätte.

„Guten Morgen“, sagte der Polizist.

„Morgen. Was gibt’s?“

„Allgemeine Verkehrskontrolle. Führerschein und Fahrzeugpapiere, bitte. Wo kommen Sie her?“

„Von daheim.“

„Und wo wollen Sie hin?“

„Zu meinen Eltern.“

„Um diese Uhrzeit? Was wollen Sie da?“

„Das geht Sie überhaupt nichts an…“

Bei der folgenden Untersuchung meines Autos erfuhr ich mehr über mögliche Verstecke für allerlei Illegales im Wagen, als ich jemals wissen wollte.

Ich kam natürlich zu spät, schaffte es aber trotzdem, dass meine Eltern ihren Flieger nicht verpassten. Über das Wie soll der Mantel des Schweigens gelegt werden. Das geht die Polizei nämlich nichts an.

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