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Wacken 2011 ausverkauft – und mit Comedy

Wacken Open Air 2011 - Logo AusverkauftAusverkauft, zum sechsten Mal in Folge – das hat bis jetzt kaum ein Festival geschafft. Für das Wacken Open Air 2011 sind gut ein halbes Jahr vor dem Festival in Schleswig Holstein alle 75.000 Eintrittskarten vergriffen. Neben großen Band-Namen wird es bei der 22. Auflage des WOA auch eine Premiere geben: Erstmals gibt’s mit Bülent Ceylan Comedy zwischen den Band-Auftritten. Ein Kurz-Interview mit WOA-Sprecherin Britta Kock.

Zum sechsten Mal in Folge ist das Wacken Open Air ausverkauft. Ist das mittlerweile noch eine Überraschung für euch?

Britta Kock: Wir freuen uns sehr über den Zuspruch der Fans und natürlich noch mehr, dass das Festival wieder ausverkauft ist. In den vergangenen Wochen zeichnete sich die Entwicklung bereits ab, von daher war „Ausverkauft“ keine große Überraschung mehr. Aber dahinter steckt auch eine Menge harter Arbeit – daher ist die Freude natürlich umso größer.

Ist das Festival mittlerweile ein Selbstläufer geworden?

Wir haben zwar viele treue Zuschauer, aber das Line-Up ist von entscheidender Bedeutung. Daran arbeiten wir das gesamte Jahr.

Es sind wieder einige große Namen dabei. Ozzy Osbourne …

… Judas Priest, Blind Guardian, Kreator und viele, viele mehr. Ich finde, wir haben auch dieses Jahr eine sehr gute Band-Auswahl auf die Beine stellen können.

Und mit Bülent Ceylan steht erstmalig auch Komödiant auf der Bühne. Wie kam es dazu?

Bülent ist Metal. Wenn Comedy beim Wacken, dann doch mit ihm.

Ungewöhnlich ist es aber schon.

Bülent verkörpert den Metal wie kein anderer. Über die Entscheidung, ihn beim Wacken Open Air auftreten zu lassen, haben wir nicht lange diskutieren müssen. Wir versuchen es und schauen, wie Comedy zwischen den Band-Auftritten beim Publikum ankommt. Was aber nicht bedeuten soll, dass es ab jetzt immer Comedy beim Wacken Open Air geben wird. Es muss passen.

Wird es bei der 22. Auflage des Festivals weitere Neuerungen geben?

Ja, eine ganze Menge sogar – aber nur das Wenigste wird den Besuchern auffallen. Wir arbeiten zum Beispiel permanent im Bereich Sicherheit. Dass es aber neue Wege für Rettungswagen abseits des Geländes oder anders verlaufende Fluchtwege gibt, spielt für die Festival-Besucher keine besondere Rolle. Der Aufbau des eigentlichen Festival bleibt bestehen – wir werden also keine weitere Bühne aufbauen. Angebote, die sich etabliert haben, werden ebenfalls wieder dabei sein.

Zum Beispiel?

Das Wackinger-Dorf, also unter anderem die Wickinger-Show, ist erst vor einigen Jahren eingeführt worden und kommt bei den Zuschauern sehr gut an. Deshalb wird das Wackinger-Dorf auch in diesem Jahr wieder aufgebaut.

Wacken Open Air 2010 - Nachtaufnahme Festival-Gelände - Copyright: WOA

Wacken bei Nacht. (c) WOA

Schutz vor Schwarzhändlern

Das 22. Wacken Open Air findet vom 4. bis zum 6. August 2011 in Wacken, Schleswig-Holstein, statt. Wer bis jetzt keine Eintrittskarte gekauft hat, sollte es nicht bei Schwarzhändlern versuchen. Zum einen werden auf dem Schwarzmarkt Karten völlig überteuert angeboten, zum anderen besteht die Gefahr, ein gefälschtes Ticket zu bekommen. Es ist sinnvoll, es über die Wacken-eigene Tauschbörse zu versuchen. Diese Börse bietet folgende Möglichkeiten:

  • Kauf-/ Verkaufsaktion wird ohne das Eingreifen des Wacken-Teams getätigt. Es wird lediglich der Verkaufspreis überwacht, der den Originalkartenpreis nicht übertreffen sollte.
  • Nach Einigung sendet der Verkäufer die Tickets an das Wacken-Team, dort wird die Echtheit überprüft.
  • Ist die Überprüfung Seitens WOA abgeschlossen, wird der Käufer benachrichtigt, dass die Geldtransaktion durchgeführt werden kann (zzgl. Portokosten)
  • Nach Eingang der Zahlung wird der Verkäufer benachrichtigt und verschickt das/die Ticket(s) an den Käufer via Einschreiben mit Rückschein.

Bands

Die bisher verpflichteten Bands für das 22. Wacken Open Air 2011 gibt’s hier.

Die bunte schwarze Welt von Wacken (2007)

Hinweis: Dieser Beitrag ist am 05.08.2007 bei Westropolis erschienen. Das Kultur-Blog ist mittlerweile offline. Der Text ist ein Tageszeitung-Artikel und wurde für die Westfälische Rundschau verfasst.

Wacken Open Air 2007

Das 1800-Seelen-Dorf Wacken in Schleswig-Holstein ist das, was allgemein als Provinz bezeichnet wird. Ländliche Idylle, wenig Verkehr, grasende Kühe neben der Hauptstraße. Doch Wacken ist auch die Hauptstadt des Heavy Metal: Hier steigt das Wacken Open Air, das weltweit größte Festival lauter, harter Musik – und das außergewöhnlichste. Am Wochenende fielen rund 90.000 zumeist schwarz gekleidete, martialisch wirkende Besucher in den beschaulichen Ort ein.

Wacken Open Air 2007

Vorgarten-Bar

Am höchste Gebäude von Wacken, dem Raiffeisen-Turm im Zentrum, hängt eine riesige schwarze Flagge mit einem überdimensionalen Büffel-Kopf. Es ist das Logo vom Wacken Open Air und ein Symbol, mit dem sich mittlerweile eine ganze Region identifiziert. Während bei anderen Festivals versucht wird, die Ortschaften außen vor zu lassen, ist die Wackener Bevölkerung komplett integriert. Allein 200 Wackener sind auf dem 15 Hektar großen Festival-Gelände als Ordner im Einsatz.

Diese Helfer haben auch die „W:O:A“-Crew unterstützt, als es einige Tage zuvor ziemlich schlecht um das Festival aussah. Dauerregen hatte das Gelände in ein Schlammfeld verwandelt, knietief standen die Helfer im Modder. Die Veranstalter waren kurz davor, das Open Air abzusagen. Und das, obwohl das Festival in diesem Jahr erstmals ausverkauft war. Von 60.000 Gästen sprechen die Veranstalter – was die Dorfbevölkerung für reichlich untertrieben hält. 90.000 Fans sind es wohl mindestens, schätzt Bauer Uwe Trede. Auf seinen Feldern sowie auf Wiesen einiger benachbarter Bauern steigt das Wacken Open Air. Um das Gelände doch noch halbwegs passabel herzurichten, zogen die großen Trecker der Bauern die schweren Sattelschlepper durch den Schlamm. Das Areal vor den zwei Hauptbühnen wurde mit Stroh und Schredderabfällen bedeckt. Zuvor hatten die Organisatoren mit einem Hubschrauber das Gelände „trockengefönt“. Kein Scherz: Der Heli flog einen Meter über den Boden und versuchte zu retten, was zu retten war.

Wacken Open Air 2007Es hatte geklappt. Aufatmen nicht nur bei W:O:A-Organisatoren und Fans, sondern auch bei den Wackenern selbst. „Für uns ist das wie Weihnachten und Ostern an einem Tag“, sagt Oliver Schwill aus Wacken und schaut sich den „schwarzen Balken“ auf der Hauptstraße an. So bezeichnen die Wackener das Treiben im Dorf, wenn unzählige monochrom gekleidete Metal-Fans das Zentrum bevölkern. Auf den ersten Blick sehen sie bedrohlich aus, mit ihren seltsam bedruckten T-Shirts, mit den martialischen Verkleidungen.

Wacken Open Air 2007 - Willi Scheel

Willi Scheel (87) an seinem Marmeladenstand.

Dass der Schein trügt, wissen die Wackener. „Es sind tolle, friedliche Leute“, sagt Willi Scheel. Er ist 87 Jahre alt und während des Open Airs ständig im Ort und auf dem Festival unterwegs. Vor ein paar Jahren hatte er angefangen, den Metal-Fans seine selbstgemachte Marmelade zu verkaufen. Das kam so gut an, das er mittlerweile eine große Stammkundschaft hat. Freundschaften sind entstanden.

Stammkunden und Metal-Freunde hat auch fast jeder andere Wackener. Die Einwohner öffnen ihre Türen, bieten Frühstück an, verkaufen Getränke zu überschaubaren Preisen. Kinder bieten mit ihren Fahrrädern den „Wacken-Express“ an. Für ein wenig Geld fahren sie die Einkäufe der Festivalbesucher auf das Camping-Gelände. Extra zum Festival öffnet Hans-Jochen Böing wieder seine Gaststätte „Zur Tenne“, die er vor fünf Jahren geschlossen hat. Der Rentner kann bis zu 12 Metalheads, die nicht auf dem Gelände zelten wollen, Unterkunft bieten. Ausgebucht ist er jedes Jahr. Berührungsängste? Gibt es nicht. „In den 18 Jahren ist nie zu Ausschreitungen gekommen“, sagt Böing. Wacken ist ein friedliches Festival mit einer dreitägigen Party. Der 66-Jährige verheimlicht aber auch nicht, dass das Open Air ein enormer Wirtschaftsfaktor geworden ist. „Wacken lebt vom Festival, und es lebt gut davon.“ Hinzu kommt, dass sich der Veranstalter im Dorf stark sozial engagiert. Unter anderem wird der örtliche Sportverein gesponsert.

Mit Geld allein lässt sich das Phänomen Wacken aber nicht erklären. „Das kommt, wenn die Leute einfach miteinander reden“, versucht Festival-Sprecherin Britta Kock das Geheimnis zu lüften. Die – überwiegend älteren – Einwohner haben schnell gemerkt, dass Metal-Fans eben nicht schwarze Messen feiern und Tiere opfern. Das eisenharte Äußere ist hauptsächlich Show, eine Lebenseinstellung. „Unter der harten Schale verbergen sich tolle Menschen“, sagt Uwe Langbein. Der 71-jährige Rentner ist mit seiner Frau Ursula (70) vom fünf Kilometer entfernten Nachbarort Bockhorst zum Festival gekommen. Hören könnte er das Spektakel auch vom Nachbarort aus. Dauerbeschallung mit 120 Dezibel. Aber das Ehepaar kommt, um zu sehen. Vor allem den schon traditionellen Auftritt der Blaskapelle der Freiwilligen Feuerwehr Wacken am Anfang des Festivals.

Wacken Open Air 2007

Die Blaskapelle der Freiwilligen Feuerwehr Wacken. Und die Post geht ab.

Blaskapelle? Auf einem Metal-Festival? Im Eingangsbereich des Festival-Geländes, mit direkter Sicht zur Hauptbühne, nehmen die Blasmusiker Stellung. Während auf der „Black Metal Stage“ die Band Sodom auf ihre Instrumente prügelt und davor zehntausende Fans ausrasten, spielt die Blaskapelle Volksweisen an. Begleitet vom Jubel hunderter Metal-Fans, die zu „Rosamunde“ ihre Mähnen fliegen lassen. Die Blaskapelle ist ein fester Bestandteil des Festivals, das eigentlich ausschließlich Musik-Kost der härtesten Gangart bietet. Saxon, Iced Earth, Dimmu Borgir und In Flames sind die Top-Gruppen dieses Jahres. Insgesamt spielen an den drei Tagen mehr als 70 Bands. Drei Hauptbühnen gibt es, hinzu kommt die „Wet-Stage“ in einem Zelt. Oft gibt’s auf mehreren Bühnen gleichzeitig was auf die Ohren.

Die Koexistenz dieser Welten war für die südkoreanische Regisseurin Sung-Hyung Cho Anlass, einen Dokumentarfilm über das Wacken Open Air und über die Wackener selbst zu drehen. Der vielfach ausgezeichnete Heimatfilm Full Metal Village zeigt eindrucksvoll die Kontraste und Gegensätze – und hat dem Festival einen weiteren Schub gegeben. Mehr als 2300 Journalisten aus aller Welt sind gekommen, um über das Wacken Open Air zu berichten.

Heavy Metal, ein seltener Gast in den Pop-dominierten Charts, ist plötzlich Thema in den Hauptnachrichten von ARD (2) und ZDF.

Das wird auch im kommenden Jahr 2008 so sein. Dann wird das Wacken Open Air vermutlich noch ein Stück größer werden. Iron Maiden haben sich angekündigt.

Vuvuzelas sind zu laut fürs Wacken

Wacken Open Air 2010 FlyerAuf dem Wacken Open Air ist es laut. Sehr laut. Aus gutem Grund heißen die Schlagwörter des Festivals „Faster, Harder, Louder“. Vor einigen Jahren sprach ich während Reportagerecherchen mit einer Wackener Feuerwehrfrau, die erst vor kurzem in das Dorf im hohen Norden gezogen war. Ja, sie habe von der Existenz des Metal-Festivals gewusst. Ja, sie wusste, dass es laut werden kann. „Aber ich hatte keine Ahnung, wie laut es tatsächlich werden kann“, sagte sie.

Wenn der Wind in die entsprechende Richtung bläst, komme mit dem Festival auch die Schlaflosigkeit. Und wenn er in die andere Richtung weht, dann haben die Bewohner des fünf Kilometer entfernten Nachbardorfes auch etwas vom größten Metal-Treffen der Welt.

Die Feuerwehrfrau hatte die Lautstärke lediglich als Feststellung angeführt, nicht als Beschwerde. Es ist schließlich Festival-Zeit, das gehöre nunmal dazu.

Doch es gibt Grenzen, auch für die Veranstalter. Und diese Grenzen sind in diesem Jahr erreicht: „Vuvuzelas sind auf dem W:O:A 2010 verboten“, meldeten die Macher des Wacken Open Air.

Messungen hätten ergeben, dass die durchschnittliche Lautstärke dieses „Instrumentes“, das uns mit dem nervigen Getröte die Fußball-WM versaut, bei 135 Dezibel liegt. Ein startender Düsenjet ist da leiser. Und die Musik beim Wacken (vermutlich) auch. Die Konsequenz:

Um zu vermeiden, dass die Livedarbietungen der einzelnen Bands in einem Chor nervigem Getrötes untergehen, wird die Security euch am Eingang zum Festivalgelände auf diese Gegenstände kontrollieren. Falls sich jemand nicht daran hält, muss damit gerechnet werden, dass dieses „Instrument“ weggenommen und einbehalten wird.

Das Verbot gilt auf dem gesamten Festival-Areal, also sowohl vor dem Bühnen-Bereich als auch auf dem Camping-Gelände.

Ursprünglich wollte ich schon vor einiger Zeit hier einen Beitrag zum Vuvuzela-Problem schreiben. Das nervige, monotone und permanente Summen während der Fußball-Spiele fand ich schon beim Confed-Cup unerträglich. Lange zögerte ich, handelt es sich doch dabei um eine Kultur im Gastgeberland der WM. Es käme ja auch niemand auf die Idee, Fan-Gesänge zu verbieten. Oder den Schweizern ihre Kuh-Glocken wegzunehmen.

Aber unterm Strich bleibt: Auch eine Kultur oder eine Tradition kann Blödsinn sein. Vor allem, wenn sie so eingesetzt wird, wie in dieser Analyse des Vuvuzela-Einsatzes zu sehen:

Vuvuzela-Analyse via Graph Jam Builder

via Graph Jam Builder

Nun, die Grafik (via GraphJam) ist natürlich ein Scherz. Aber sie zeigt, wie nervtötend diese Tröten sind und welche Auswirkungen sie auf die Zuschauer haben. Es ist daher nachvollziehbar, dass in manchen Bundesliga-Vereinen, wie zum Beispiel beim BVB, über ein Vuvuzela-Verbot nachgedacht wird. Ebenso ist es nachvollziehbar und gut, dass das Wacken Open Air auf die Krach-Bremse tritt.

Schließlich fahre ich zum Wacken, um Krach zu hören. Und der soll nicht von anderem Krach übertönt werden.

Wacken 2010 ausverkauft

Mosh-Pit beim Wacken Open Air 2009 - (c) ICS Festival Service GmbH

Riesen-Mosh-Pit während des Auftritts von Machine Head beim 20. Wacken Open Air am 1. August 2009. (c) ICS Festival Service GmbH

Zugegeben: Die Meldung kommt etwas später als erwartet. Im Jahr 2008 war das größte Metal-Festival der Welt innerhalb eines Jahres gleich zwei Mal ausverkauft. Anfang 2008 für die 19. Auflage, dann im Dezember 2008 für das Jubiläumsfestival 2009.

Angesichts der Headliner, die schon seit geraumer Zeit feststehen, hätte ich darauf gewettet, dass auch für das 21. Wacken-Open-Air 2010 schnell die Ausverkauft-Meldung kommt. Immerhin spielen wieder Iron Maiden oben im Norden. Und ganz nebenbei Alice Cooper, Slayer und Mötley Crüe. Was für ein Line-Up! Fast scheint es, dass das Jubiläum nachgeholt werden soll – diese Besetzung hätte ganz hervorragend zum 20. Geburtstag 2009 gepasst.

Was natürlich nicht heißen soll, dass es beim W:O:A im vergangenen Jahr Abstriche gegeben hätte. Ganz im Gegenteil – es war, mal wieder, ein grandioses Festival.

So wird es wohl auch vom 5. bis zum 7. August 2010 sein – und nicht nur aufgrund der Bands, die in Wacken spielen. Der beachtliche Zulauf im vergangenen Jahr lag sicherlich am 20. Geburtstag – jeder wollte so schnell wie möglich sein Ticket haben. Wer sich in diesem Jahr etwas mehr Zeit gelassen und sich noch keine Karte besorgt hat … hat nun Pech. Heute, 7. April, kam die Ausverkauft-Meldung für das Wacken-Open-Air 2010:

Das W:O:A 2010 ist Sold out. Im fünften Jahr in Folge ist das weltweit größte Heavy Metal Festival schon schon frühzeitig  ausverkauft. In seinem 21 Jahr werden wieder 75.000 Fans aus der ganzen Welt vom 05. – 07.August in Wacken erwartet.  Wir freuen uns in diesem Jahr große Namen wie IRON MAIDEN, ALICE COOPER, SLAYER oder MÖTLEY CRÜE begrüßen zu können. Das gesamte diesjährige Billing kann auf www.wacken.com
eingesehen werden. Heavy Metal & Aktion und kein Ende – der Kult geht weiter …

Unter Umständen gibt es noch einige wenige Restkarte (etwa 120 Euro) bei diversen Händlern wie Eventim oder Metal-Travel.  Auf gar keinen Fall sollte man sich aber auf Schwarzhändler einlassen, die auf den enschlägigen Seiten Tickets zu Wucherpreisen anbieten. Zum einen gibt es keine Garantie, dass die so erworbenen Tickets echt sind, zum anderen haben diverse Angebote einen leicht illegalen Beigeschmack. Auch wenn die Rechtsprechung in diesem Fall nicht eindeutig ist.

WM-Gefühle mit Wacken und Rock am Ring

Fahne unter dem Himmel des Wacken Open Air 2007

Fahne unter dem Himmel des Wacken Open Air 2007

Das WM-Gefühl aus dem Jahr 2006 wirkt immer noch nach. Diese Atem raubende Atmosphäre während des Super-Sommers komprimierte sich in den unzähligen Public-Viewings. So wurde ein Lebensgefühl wieder zum Leben erweckt, das sich unterm Strich mit mächtig viel Spaß unter freiem Himmel erklären lässt. Viel Spaß, zusammen mit vielen anderen Leuten. Eine riesige Party.

Der darauf folgende Sommer war zwar nicht so gut wir der im WM-Jahr, aber das Public-Viewing-Gefühl musste wieder her. Irgendwie. Mit möglichst vielen anderen Leuten. Und deshalb waren 2007 zwei der großen Open-Air-Festivals im Land schon Monate im voraus ausverkauft. Sowohl für Rock am Ring als auch für das Wacken Open Air gab’s keine Tickets mehr. Ungewöhnliche Zuläufe gab’s auch bei andere Festivals, zum Beispiel beim Hurricane.

Nun waren sowohl RAR als W:O:A schon in der Vergangenehit gelegentlich ausverkauft. Aber nicht so lange im voraus, beide hatten einen derartigen Ansturm an die Tickets nur selten erlebt. Die Sprecher der Festivals versuchten sich den Andrang „mit unseren überzeugenden Konzepten“ zu erklären. Mag ja sein. Ich persönlich glaube, dass sich die Menschen einfach dieses einzigartige, unvergleichbare WM-Gefühl wiederholen wollten. Ansatzweise erreicht wird es nur mit einem Festival. Mehrtägig und Open Air. Eine riesige Party.

Von diesem WM-Effekt zehren die Festivals auch 2010.  Bleiben wir beim Wacken Open Air und Rock am Ring. Die Meldung „Ausverkauft“ ist bei beiden Festivals zwar noch nicht rausgegangen – aber das ist wohl nur eine Frage der Zeit. 2007, 2008, 2009 gab’s fürs W:O:A schon Monate im Voraus keine Tickets mehr. Die Messlatte in Sachen Ticket-Ansturm stellte Wacken übrigens 2008 auf – das größte Metal-Open-Air war zwei Mal innerhalb eines Jahres restlos ausverkauft: Anfang 2008 das Festival im August, Ende 2008 für 2009er-Auflage. Das verwundert nicht besonders, schließlich wurde 2009 die 20. Auflage des Wacken Open Air gefeiert. Ähnlich sah es beim Rock am Ring aus. Mit gewissem, aber nicht allzu langem Abstand zu den Meldungen aus dem hohen Norden hieß es in den vergangenen Jahren auch am Nürburgring „Ausverkauft“.

Ring hat die Nase vorn. In Sachen Ticketverkäufe.

Bei den diesjährigen 2010er-Auflagen ist das ein bisschen anders. Es ist schon fast erstaunlich, dass noch jetzt sowohl für RAR als auch für W:O:A Karten zu haben sind. Allerdings in beiden Fällen nicht mehr viele. Im Vergleich zu den Jahren zuvor ist ebenso erstaunlich, dass der Ring in Sachen Ticketverkäufe dieses Mal offenbar die Nase vorn hat. Aktuell gibt es für das Open Air am Nürburgring weniger als 15.000 Karten. Aus Wacken gibt es bis jetzt keine Hinweise, die auf einen baldigen Ticket-Notstand hindeuten. Aber: „Die Party wird wieder garantiert unter ausverkauftem Himmel steigen“, sagen die W:O:A-Macher schon seit einer ganzen Weile. Sie lehnen sich damit keineswegs auf dem Fenster, da bin ich mir sicher. Denn das Wacken-Lineup ist in diesem Jahr herausragend. Nur ein Beispiel: Iron Maiden werden sich wieder (nach 2008) wieder auf der heiligen Metal-Erde in Schleswig-Holstein die Ehre geben.

Spektakulär wird’s auch bei Rock am Ring zugehen. Dort stehen unter anderem Kiss auf der Bühne. Überhaupt ist der Nürburgring dieses Mal recht Metal-haltig: Bullet for my valentine, As I lay dying, Lamb of God – um nur einige zu nennen. Und es dürfte noch mehr gehen – der Ring feiert schließlich seinen 25. Geburtstag.

Es wird wohl wieder ein Super-Sommer. Und, ach ja: So ganz nebenbei steigt in diesem Jahr auch wieder eine WM.