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Slayer in Bochum. Es soll nicht sein.

Slayer am 8.6.2010 nicht in Bochum

Ich hätte es mir fast denken können. Die Auftritte am Ring und danach in Hamburg haben an den Kräften von Tom Araya gezehrt. So sehr, dass er jetzt keine Stimme mehr hat – erzählte jedenfalls die Security-Frau, die an den Pfeilern die Absage-Schilder für das Slayer-Konzert im Ruhrcongress Bochum aufklebte. Offenbar hat die Band bis zum Schluss versucht, den Auftritt hinzubekommen – die Absage kam erst am späten Nachmittag. Und traf etliche Konzert-Besucher, die zum Konzerttermin gekommen waren, ziemlich unerwartet.

Damit ist auch der 3. Versuch von Slayer, in Bochum aufzutreten, gescheitert. Ob es einen vierten (im Rahmen der World-Painted-Blood-Tour) geben wird, ist derzeit nicht ganz klar. Auf den Schildern stand davon nichts. Nur, dass die gekauften Tickets wieder zurückgegeben werden können.

Unabhängig davon ist es derzeit ziemlich seltsam, dass die beiden anderen für diesen Abend vorgesehenen Bands nicht gespielt haben: Lamb of God und The Haunted. Beide Bands haben genug Qualitäten, um den Abend allein bestreiten zu können. Das wäre zumindest ein kleiner Trost gewesen, auch wenn der Großteil der Zuschauer  für Slayer zum Ruhrcongress gekommen ist.

Slayer in Bochum, 3. Versuch

Es ist der mittlerweile dritte Anlauf von Slayer, in Bochum zu spielen. Ursprünglich war das Konzert in Bochum im Dezember 2009 geplant. Eine Rückenverletzung von Tom Araya verhinderte den Auftritt. Er sollte am 13. März 2010 nachgeholt werden. Auch das klappte nicht, wieder wurde verschoben.

Vielleicht klappt’s jetzt – immerhin haben Slayer auf dem Rock am Ring gespielt. In der Nähe sind sie also schon mal. Demnächst stehen auch die Auftritte bei den Sonisphere-Festivals an – zusammen mit Metallica, Megadeth und Anthrax. Unter anderem am 18. Juni in der Schweiz.

Der dritte Anlauf für die World-Painted-Blood-Tour ist am Dienstag, 8. Juni 2010, im Ruhrcongress Bochum.

Accept! (Rock Hard Festival 2010)

Accept (Sänger Mark Tornillo) auf dem Rock Hard Festival 2010.

Sie waren die Überraschung auf dem Rock-Hard-Festival 2010: Accept. Ja, die Helden aus den 80ern sind wieder zurück, und sie fegten jegliche Skepsis (Accept ohne Udo? Wie soll das gehen?) schon mit den ersten Akkorden weg. Über das Rock-Hard-Festival habe ich für die WR und auf dem Westen geschrieben, hier ein kleiner Auszug in Sachen Accept:

„Accept“ müssen als Überraschung dieses Festivals (eher: dieses Jahres) gesehen werden. Dabei sahen die meisten Zuschauer dem Auftritt der frisch wiedervereinigten Truppe aus Solingen mit Skepsis entgegen. Der Sänger Udo Dirkschneider und damit das Aushängeschild von Accept ist schließlich nicht mehr dabei, nun steht Mark Tornillo am Mikro. Wie soll Accept ohne die prägende Reibeisen-Stimme von Dirkschneider funktionieren? Die Antwort: Sie funktioniert gut, sogar sehr gut. Nach dem Auftritt auf dem Rock-Hard-Festival steht fest, dass Tornillo der richtige Mann für den Job ist. Schon nach Sekunden konnte der Neue überzeugen und feuerte zusammen der Band einen Accept-Klassiker nach dem nächsten ab. Die Truppe legte eine unbändige Spielfreude an den Tag und versprühte eine gute Laune, der sich kein Zuschauer entziehen konnte. Was für eine Party!

Den Rest sagen die Bilder.

Accept (Sänger Mark Tornillo) auf dem Rock Hard Festival 2010.

Accept (Sänger Mark Tornillo) auf dem Rock Hard Festival 2010.

Übrigens: Die neue Scheibe Blood of the nations soll Ende August in die Läden kommen.

II. Rock-Hard-Night am 30.04.2010

Auch wenn mir die Teilnahme am Musik-Experiment (siehe auch hier) derzeit das Höhren von Non-Experiment-Musik verbietet: Konzerte sind immerhin erlaubt. Leider steht zurzeit nicht viel auf dem Programm, umso größer ist daher die Vorfreude auf die Warm-Up-Party zum Rock-Hard-Festival 2010:

Am 30. April 2010 geht die Rock-Hard-Night im FZW Dortmund in die zweite Runde:

Am 30. April (´Tanz in den Mai´) findet eine große ROCK HARD FESTIVAL WARM-UP-PARTY im Dortmunder FZW statt. Als Headliner eines besonderen Abends mit einigen speziellen Bonus-Events werden D-A-D mit voller Show spielen! Weitere Bands werden in Kürze bekannt gegeben.

Tickets gibt es bei Rock Hard unter der Festival-Hotline (0231-562014-40), über die Festival-Homepage (www.RockHardFestival.de) oder per E-Mail (festival@rockhard.de).

Die Anzahl der Tickets ist auf 1.000 Stück limitiert. Preis: 25 Euro im Vorverkauf (zzgl. 10% VVK-Gebühr). Festivalticket-Besitzer, die ihr Ticket über Rock Hard (im Vorverkauf) kaufen, erhalten 5  Euro Eintrittsermäßigung!

Nach der gelungenen Premiere am 30. Januar sei die Rock-Hard-Night wärmstens empfohlen. Und mit D-A-D spielt eine Band, die für ordentlich Spaß sorgen wird.

1. Rock-Hard-Night in Dortmund

Rock-Hard-Night, 30. Januar 2010, FZW Dortmund

Rock-Hard-Night, 30. Januar 2010, FZW Dortmund

Das in Dortmund beheimatete Magazin Rock Hard gilt als eine der wichtigsten Publikationen in der Metal-Szene. Die Macher haben aber nicht nur ein meinungsbildendes Magazin etabliert, sondern auch ein außergewöhnliches Festival im Ruhrgebiet: Das Rock-Hard-Festival im Gelsenkirchener Amphitheater. Jetzt hat das Rock Hard erneut sein Spektrum erweitert. Mit der 1. Rock-Hard-Night im Dortmunder Freizeitzentrum West (FZW) ist am 30. Januar 2010 eine neue, ebenfalls außergewöhnliche, Mini-Festival-Reihe gestartet.

Festival bedeutet in diesem Fall aber nicht nur eine Ansammlung von Bands, die an hintereinander spielen. Holger Stratmann, Gründer und Herausgeber des Rock Hard, will die Bereiche des Musik-Genres beleuchten, die in der Regel selten vom Scheinwerferlicht erfasst werden. Musik, die in der öffentlichen Wahrnehmung eher am Rande spielt und daher seltener gehört wird.

Dazu gehört die reine Instrumental-Musik. Mit Kong und Long Distance Calling hat das Rock Hard zwei wichtige Bands aus diesem Bereich ins Dortmunder FZW geholt – und ist damit einen mutigen Schritt gegangen. Einen ganzen Abend mit reiner Nischenmusik anzubieten ist nicht unbedingt eine Garantie für regen Publikumsandrang. Allerdings war die Anzahl der Eintrittskarten limitiert – zum einen, um die Exklusivität dieses Abends zu unterstreichen, zum anderen, da der Club-Bereich des FZW ohnehin nur eine begrenzte Zuschauermenge zulässt.

Dass sich die Rock-Hard-Night letztlich doch in der großen, mehre Tausend Besucher fassende Halle abgespielt hat, liegt an einer Panne: Erst kurz zuvor hat sich herausgestellt, dass die akustischen Bedürfnisse von Kong im engen Club-Bereich nicht realisieren lassen. Kong aus den Niederlanden setzt auf das quadrophonische Soundsystem – vier Bühnen, die auf jeweils einer Seite der Halle stehen und somit das Publikum quasi umringen – und das besonders im akustischen Sinne. Der Zuschauer hört die Musik vorne und hinten, links und rechts.

Ein seltenes, eindrucksvolles, sinnliches Erlebnis. So gesehen hat sich die Panne als Glücksfall erwiesen. Die FZW-Halle, erst vor kurzem erbaut, hat glänzende akustische Qualitäten, aufgrund der limitierten Tickets blieb die Bewegungsfreiheit angenehm. Die Wirkung der Musik konnte sich optimal entfalten.

Kong gelten als Vorreiter der instrumentalen Musik im weitläufigen Metal-Bereich und haben sich im Laufe der Jahre fast einen Helden-Status erspielt. Entsprechend wurden die vier Musiker im FZW auf ihren jeweiligen Bühnen vom Publikum gefeiert.

Long Distance Calling, Cover Avoid the light

Long Distance Calling, Cover Avoid the light

Ein guter Auftritt, keine Frage. Doch mein persönlicher Höhepunkt der Rock-Hard-Night hatte zuvor gespielt: Long Distance Calling. Von dieser jungen Band aus dem Münsterland hatte ich bisher nichts gehört – nur etwas gelesen. Der Name war also bekannt, die Musik nicht.

Um es vorweg zu nehmen: Direkt nach dem Auftritt von Long Distance Calling habe ich am Merchandise-Stand die aktuelle Platte Avoid the light (erschienen am 24. April 2009) gekauft. Denn was die Jungs mit ihren Instrumenten anstellen, ist ein ganz großes Tennis. Selten hat instrumentale Musik so mitgerissen, selten hat reine Musik so spannend gewirkt. Fein aufeinander abgestimmt erzählen die Instrumente Geschichten; die Phantasie wird beflügelt, die Musik geht ins Blut. Nur selten wird eine Stimme vermisst, die Gesangslücke wird gekonnt mit Klang gefüllt. Episch sind die Stücke, ausgereift und glänzend gespielt. Eine Empfehlung nicht nur für Instrumental-Liebhaber.

Das Konzept der ersten Rock-Hard-Night ist aufgegangen und bleibt als gelungener Abend in Erinnerung. Ein prima Start für die Mini-Festival-Reihe, die das Rock Hard unregelmäßig regelmäßig im FZW steigen lassen will. Der nächste Termin ist am 30. April – sozusagen ein Rock in den Mai. Kurz vor dem großen Rock-Hard-Festival soll es eine Aufwärmparty geben.

Auf eine bestimmte Richtung der Rock-Hard-Nights will sich Holger Stratman nicht festlegen. „Sie sollen etwas besonderes sein“, sagt der Rock-Hard-Gründer. Das kann dann vielleicht auch mal eine musikalisch untermalte Diashow sein. Eine spannende Geschichte – erst recht nach dieser gelungenen Premiere.