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Gema will Gebühren für Weihnachtslieder

Die Gema, die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, schießt mal wieder über das Ziel hinaus – und ein Eigentor. Zunächst eine kurze Erklärung: Einfach formuliert soll die Gema dafür sorgen, dass Künstler für ihre Werke Lohn erhalten. Das passiert über Gebühren. Wenn das Lied eines Künstlers (also Musiker, Autor, Komponist, etc.) zum Beispiel im Radio gespielt wird, zahlt der Sender eine Gebühr und die Gema gibt das Geld an den Künstler weiter.

Das ist allerdings sehr grob wiedergegeben. Denn der Künstler erhält die Gebühren bei weitem nicht im Verhältnis eins zu eins. Wie das Prinzip funktioniert, steht recht allgemein gehalten auf dem Westen-Gerockt, der Vorgänger-Plattform von hartgerockt.de: Wucher und Abzocke bei der Gema? lautet der Titel, der Text vom Juni 2009 beschäftigt sich mit der teils drastischen Anhebung der Konzertgebühren. Diese ist mittlerweile im großen ganzen und nach vielen Diskussionen umgesetzt worden.

Nun rückt die Gema erneut in Mittelpunkt des Medien-Interesses: Sie will von einem Weihnachtsmarkt-Veranstalter 23,01 Euro haben – weil ein Kinderchor drei Weihnachtslieder gesungen hat:

Weil 30 Grundschul- und Kindergartenkinder auf einem Weihnachtsmarkt in Holzen „Oh Tannenbaum”, Jingle Bells” und „Kling Glöckchen” gesungen hatten, schickte die GEMA an den Marktveranstalter „IG Holzen aktiv” eine Rechnung: 23,01 Euro.

(…)

Vor wenigen Tagen dann der bittere Nachgeschmack: Die GEMA schickte Rudi Gaidosch – ohne Begründung – die Rechnung für den Kurzauftritt der Kleinen: 23,01 Euro. Im Prinzip nicht viel Geld – aber aus Prinzip „ein Ding der Unmöglichkeit”, findet Gaidosch. Da freuten sich Kinder, mal vor ihren Eltern und Verwandten auftreten zu können – und dann das. Für Gaidosch steht fest: „So demotiviert man ehrenamtliches Engagement.”

Der Aritkel ist bei der WR Dortmund erschieben und auf derwesten.de hier nachzulesen.