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Schriftgröße im Editor von Wordpress 3.3.1 ändern

Der visuelle Editor von Wordpress

Mit dem Update auf Wordpress 3.3.1 ist im Backend die Schriftgröße des visuellen Editors unangenehm klein geworden. Zwar gab es mal auch bei mir durchaus Zeiten, in denen die die Schrift recht klein sein durfte, um möglichst viel auf den Bildschirm zu bekommen. Mit zunehmendem Alter hat sich das geändert. Wenn mir heute jemand einen mit 8pt-Arial-Schrift bedruckten Zettel hinlegt, sehe ich im ersten Moment nur eine graue Fläche. Näher ran, Augen zukneifen, etwas zurück … und dann aufgeben.

Die Größe darf also ruhig üppiger ausfallen. Gegen 16 Punkt habe ich nichts einzuwenden … und das gilt nicht nur für Papier, sondern auch für Bildschirme. Der Wordpress-Editor kommt diesem Wunsch aber leider nicht nach. Es gibt in den Einstellungen keine Möglichkeit, die Schriftgröße (und auch -art) zu ändern. Eine Schnellabfrage bei Google gibt zwar etliche Lösungsvorschläge preis, doch Zielführendes war leider nicht dabei. Die meisten Tipps und Tricks beziehen sich auf ältere Versionen von Wordpress, in denen Tiny MCE, also der integrierte WP-Editor, mit anderen CSS-Mitteln implementiert war. So führten weder Hinweise für Quellcode-Änderungen noch diverse Plugins zum Erfolg.

Also habe ich mich selbst auf Quellcode-Suche begeben, um die Sache manuell zu erledigen. Da die Wordpress-Skripte aber derart undurchsichtig und ausufernd sind, hätte ich eine Nadel im Heuhaufen wohl eher gefunden. Zum Glück gibt’s Firebug. Das Firefox-Addon ist das Mittel der Wahl, um möglichst schnell den Weg zur richtigen Quellcode-Stelle zu finden. Und die ist tatsächlich ziemlich gut in den Eingeweiden von Wordpress versteckt:

./wp-includes/js/tinymce/themes/advanced/skins/wp_theme/content.css

Diese Datei muss (zum Beispiel via FTP) vom Webserver auf die lokale Festplatte kopiert und mit einem Text-Editor geöffnet werden.

content.css

Ausschlag gebend sind die Werte in der Klasse body. Unter font kann die gewünschte Schriftgröße eingegeben werden, der Wert hinter dem / legt die Zeilenhöhe fest. Es empfiehlt sich eine Eingabe in Pixel (px), das ist letztlich aber jedem selbst überlassen. Nur mit Prozent-Angaben sollte man vorsichtig sein. Das kann unangenehme Effekte bei Vererbungen auslösen.

In diesem Zuge kann übrigens auch die Schriftart des visuellen Editors verändert werden. Ob nun mit oder ohne Serifen, Standard oder exotisch, hängt vom Geschmack des Benutzers ab.

Nach den Änderungen in der content.css muss die Datei wieder per FTP in das entsprechende Verzeichnis hochgeladen werden. Der WP-Editor startet nun mit den neu eingegebenen Werten.

Einsparmöglichkeiten (WP-Rechtschreibprüfung)

Douglas Adams hat es vor vielen Jahren treffend formuliert. Eine Beschreibung, die ziemlich genau auch auf mich zutrifft:

Meinen Ruf als ziemlichen Technik-Freak habe ich mir schwer erarbeitet, und ich bin selten glücklicher als an jenen Tagen, die ich von morgens bis abends damit zubringe, meinen Computer auf das automatische Erledigen einer Aufgabe zu programmieren, die mich bei eigenhändiger Ausführung gute zehn Sekunden kosten würde. Zehn Sekunden, sage ich mir, sind zehn Sekunden. Zeit ist kostbar, und die Einsparung von zehn Sekunden ist es allemal wert, einen Tag fröhlicher Aktivität auf die Suche nach ihrer Einsparungsmöglichkeit zu verwenden.

Eine diese Einsparmöglichkeiten ist die Rechtschreibprüfung in Wordpress. Sie steht standardmäßig auf Englisch und muss auf Deutsch umgestellt werden. Leider wird die Einstellung nicht gespeichert, sodass jedes Mal erneut umgestellt werden muss. Das ist zwar nur ein Klick – aber es nervt unglaublich.

Also verbrachte ich ziemlich viel Zeit damit, den Wordpress-Quellcode zu durchsuchen, um die Standard-Einstellung für die Sprache zu finden. Fündig wurde ich in der Datei post.php im Verzeichnis wp-admin/includes.

In dieser Datei muss nach dem Eintrag $mce_spellchecker_languages gesucht werden (ziemlich weit unten). Dort steht:

+English=en,Danish=da,Dutch=nl,Finnish=fi,French=fr,German=de, (…)

Es muss jetzt nur „German=de“ an den Anfang, also direkt hinter das Plus-Zeichen, gesetzt werden. Dann die Datei hochladen und fertig.

Um wieder auf das Zitat zurückzukommen: Es ist ein schönes Gefühl, etwas optimiert zu haben. Wenn etwas, das genervt hat, jetzt geregelt worden ist. Selbst wenn dafür sehr viel Zeit geopfert wurde und der Aufwand, das Ziel auch ohne Optimierung zu erreichen, gering war. Eben so wie im Fall der Rechtschreibprüfung.

Blöd nur, wenn man kurz darauf feststellt, dass andere die Lösung viel früher gefunden haben und eine simple Google-Suche das Problem nach zehn Sekunden gelöst hätte.

Da fällt mir nur noch eines zu ein:

Just fucking google it - I will ask Google before asking dumb questions

Just fucking goolge it!