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Einmal vier Mal Winterräder, bitte

Winterreifen Michelin Alpin A4

Dieser Reifen wird's werden: Der Michelin Alpin A4 (Foto: Michelin)

Winterreifen werden knapp. Jedes Jahr, zwischen September und November, geistert diese Nachricht durch die Medien. Zusätzliche Brisanz bringt in dieser Saison die angedachte Winterreifen-Pflicht ins Thema. Zwei Beispiel-Artikel seien hier genannt: Zum einen die leergekauften Testsieger-Lager in der Süddeutschen, zum anderen – um ein wenig lokal zu bleiben – die Lieferengpässe in Kamen. Letzteres berichtet die WR auf derwesten.de – doch genau dort gibt es einen weiteren Bericht, der zu einem ganz anderen Ergebnis kommt:

Weder die Reifenhersteller hätten Lieferschwierigkeiten bei Winterreifen, noch müsse sich der Reifenhandel über Engpässe beklagen. Der AvD beobachte, dass Jahr für Jahr die Nachricht lanciert werde, „die gesamte Reifenindustrie habe Lieferprobleme.

Das sagt Sabine Götz, Sprecherin des Automobilclubs von Deutschland (AvD). Lieferengpässe – ein Wintermärchen. Im Westen-Text kommt auch Maximilian Maurer vom ADAC zu Wort und zu einem ganz ähnlichen Schluss:

Das ist eine ganz gezielte Desinformation. Eine wirkliche Knappheit haben wir noch nie festgestellt.

Und die Realität? Auf geht’s zum Selbsttest.

Für mein Auto brauche ich einen Satz Winterräder. Also das ganze Paket, Reifen auf Felge. Neben der Lieferbarkeit spielt natürlich auch der Preis eine Rolle. Und es soll nicht irgendein Reifen sein. Auf der Wunschliste steht der Michelin Alpin A4, der bei Tests recht gut abgeschnitten hat.

Der erste Versuch führt zum Händler, der mir das Auto verkauft hat: Gebrüder Nolte in Iserlohn. Ja, selbstverständlich gibt es Räder, derzeit sogar im Angebot: 205 mm breite 17-Zöller von Pirelli auf Design-Stahlfelgen, speziell für den Astra gefertigt. Design heißt in diesem Fall, dass das Rad fünf Speichen hat und somit optisch an einer Leichtmetall-Felge angelehnt ist. Sie sehen in der Tat recht gut aus. 899 Euro für den Satz. Im Preis inklusive ist die Montage und Einlagerung der Sommerreifen. Doch das ist nicht ein Preis, den ich mit „Angebot“ in Verbindung bringe. Allerdings hatte ich mich im Vorfeld  nicht konkret über Preise informiert und kann deshalb noch nicht vergleichen.

Das wird im zweiten Schritt nachgeholt. Euromaster bewirbt intensiv günstige Reifen, also steuere ich die Iserlohner Filiale an. Und stehe vor verschlossenen Türen. Das Geschäft schließt werktags um 18 Uhr. An einem regulären Arbeitstag für mich nicht machbar.

Ein paar Hundert Meter weiter hat Autoteile Fischer noch geöffnet. Der Verkäufer guckt mich mit dieser Mine an, auf die in der Regel nur Heimwerker die Patentlizenz haben: „Oh, oh, das wird teuer.“ Mir wird etwas von anderen Abständen beim neuen Astra erzählt, die die Auswahl und überhaupt die Lieferbarkeit noch weiter einschränken. Der Verkäufer schaut sich die Angaben auf meinem Fahrzeugschein an und sagt, ich bräuchte 225 mm breite 17-Zöller. Von Pirelli gibt’s die bei Fischer für 298 Euro das Stück. Zusammen mit Felgen von Platin macht das für einen Satz  1580 Euro. Aha. Ist das Angebot oder kommen wir erst noch dazu? Nein, das wäre das Angebot. Lieferbar in einer Woche. Und wenn ich mich nicht schnell entscheide, würde es noch teurer. Die Lage würde von „Stunde zu Stunde dramatischer“. Den Preis könne man aber drücken, indem ein anderer Reifenhersteller gewählt wird. Im Fischer-Angebot ist Bridgestone für 224 Euro pro Stück. Was dann insgesamt 1248 Euro mache. Und wie hoch wäre der Preis, wenn ich statt Alu- normale Stahlfelgen nehme? „Das geht nicht“, sagt der Verkäufer. 17-Zöller gebe es nicht als Stahlfelge. Und ich bräuchte zwingend 17-Zöller.

Komisch. Das Angebot von Opel Nolte war doch eine Stahlfelge in 17 Zoll. Ich schaue den Fischer-Mann verständnislos und gehe – am nächsten Tag zu ATU, ebenfalls in Iserlohn. Der Laden ist voll, alle wollen Reifen kaufen. Eine ganze Weile muss auf einen Verkäufer warten. Doch dann werde ich ausführlich und gut beraten. Der ATU-Mann erzählt mir, dass ich bei meinem Wagen auch 16-Zöller verwenden könne. Die seien zum einen günstiger, zum anderen müssten es auch keine 225mm-Schluffen sein. 205 mm reichten völlig. Das drückt den Preis noch einmal und erhöht die Auswahl an Reifen. Interessante Informationen – die mir die bisherigen Verkäufer vorenthalten haben. Außerdem, legt der Verkäufer nach, können breite Reifen im Winter das Fahrverhalten negativ beeinträchtigen. Er schlägt mir 205er-Reifen von Michelin in 16 Zoll mit Alu-Felgen von Ashtech vor. Preis: 980 Euro plus Einbau. Und: Plus TÜV-Gebühren. Denn die Alu-Felgen müssten dort eingetragen werden. „Aber brauchen Sie unbedingt Felgen im Winter“, fragt der ATU-Verkäufer. Wenn ich simple Stahlfelgen nähme, wird’s deutlich günstiger – nämlich insgesamt 680 Euro. Plus Einbau.

Michelin Alpin A4

Michelin Alpin A4

Das ist endlich ein Preis, der sich mit Vorstellungen deckt. Aber: Die Reifen seien derzeit nicht auf Lager und müssten bestellt werden. Da die Lieferzeit erst am nächsten Tag herauszufinden ist, notiert sich der Verkäufer meine Handy-Nummer. Er will mich anrufen, sobald er genaue Daten habe.

Am nächsten Tag ruft der ATU-Mann nicht an. Auch an den folgenden nicht. Knapp eine Woche später habe ich frei und starte einen neuen Versuch – erneut bei Euromaster. Auch hier ist die Beratung gut und kompetent, auch hier rät mir der Verkäufer zu 205mm breiten 16-Zöllern. Im Angebot bei Euromaster ist gerade ein Komplettrad Pirelli auf ATS-Twister-Alufelge, vier Stück für 736 Euro. Leider passt die Felge nicht auf mein Auto. Die Alternative ist eine schwarze Rial-Felge, insgesamt würden dann 940 Euro fällig. Will ich die Felge in silberner Farbe haben, kostet es 1044 Euro. In beiden Fällen ist kein TÜV-Eintrag nötig. Die Felgen sind bereits zugelassen. Will ich meine Sommerräder dort einlagern, muss ich zusätzlich etwa 33 Euro bezahlen.

An der dunklen Felge für 940 Euro zeige ich Interesse und frage nach der Lieferzeit. Wie schon bei ATU werde ich auf den nächsten Tag vertröstet. Der Euromaster-Verkäufer schreibt sich meine Nummer auf und will mich anrufen.

Ich habe also immer noch keine Winterreifen – aber immer noch einen freien Tag und Zeit. Die nutze ich, um den Gebrüdern Nolte einen zweiten Besuch abzustatten. Ob sich am Angebot etwas verändert habe, frage ich. Schließlich ist seit meinem ersten Besuch eine gewisse Zeit vergangen. Nein, alles beim Alten. Und sind die Räder vorrätig? Nein, leider nicht. Alles ist bereits reserviert. Das wundert mich nicht, das Angebot kann sich im Vergleich ja durchaus sehen lassen. Auch hier will ich die Lieferzeit wissen und werde – natürlich – auf den nächsten Tag vertröstet. Man wolle mich anrufen.

Am nächsten Morgen klingelt innerhalb einer halben Stunde zwei Mal mein Handy. Der Euromaster-Mann meldet sich als erster und nennt die Lieferzeit: Etwas mehr als eine Woche. Kurz darauf ruft Opel Nolte an. Lieferzeit: 3 Werktage.

Den Auftrag vergebe ich an den Händler, dem ich am Anfang die wenigsten Chancen eingeräumt hatte – Opel Nolte.

Fazit

Die Angebote von Euromaster und Nolte sind zwar unterschiedlichen Klassen, aber doch vergleichbar: Eurostar bietet eine echte Alufelge an, aber nur mit 16-Zoll. Opel Nolte hat 17-Zöller im Angebot, allerdings nur auf Stahlfelge. Die sieht aber recht gut aus und ist unterm Strich günstiger.

Indiskutabel ist das Fischer-Angebot. Unzufrieden bin ich vor allem mit der Beratung. Diese war bei ATU am besten, allerdings blieb der versprochene Rückruf aus. Dass das Angebot  von Opel Nolte den Zuschlag erhalten hat, liegt vor allem an meiner Bequemlichkeit. Ich kann meine Sommerräder einfach da lassen.

Und wie war das mit den Engpässen? Zwischen drei und sieben Tagen muss ich auf  Kompletträder warten. Ein durchaus akzeptabler Zeitrahmen, Lieferschwierigkeiten sehen anders aus. Warten wir also auf das richtige Wintermärchen.

Es qualmt

Seit einigen Tagen fahre ich nun ein neues Auto. Die Wahl auf den Opel Astra fiel nicht leicht, das Bauchgefühl störte und auch so einige schlechte Erfahrungen von Bekannten. Allerdings fahren diese deutlich ältere Modelle. Auch wenn der Wagen erst ein paar Tage alt ist, sollte hier ein erstes, kleines Fazit gezogen werden. Bis vor kurzem wäre es sehr gut, nahezu überschwänglich positiv ausgefallen. Wenn, ja wenn, nicht dieser kleine Zwischenfall gewesen wäre.

Das Auto fuhr ruhig durch die Innenstadt und vermittelte dieses sanfte Fahrgefühl, das ich in ähnlicher Form nur von größeren Wagen kenne. Alles war offenbar prima zusammengebaut worden, die Leute in Rüsselsheim hatten ganze Arbeit geleistet. Ich freute mich, den Astra gewählt zu haben.

Ich freute mich auch noch, als ich in das Parkhaus einfuhr. Nur der komische Geruch war etwas komisch. Strinkt ordentlich, dieses Parkhaus, dachte ich. Es stank auch in der ersten Etage, in der zweiten Etagen auch noch. Und als ich in die Parkbox einfuhr. Ich dachte mir nichts dabei, schaltete den Motor aus … und sah Qualm aus der Motorhaube aufsteigen.

Aus meiner Motorhaube! Aus meinem neuen Auto!

Mein! neues! Auto! qualmt!

Na prima. Nach nur ein paar Tagen so etwas. Offenbar war doch etwas am Bauchgefühl dran. Ich stieg aus und versuchte die Motorhaube zu öffnen. Das geht in der Regel einfach, doch bei einem neuen Auto, bei dem man noch nie die Haube geöffnet hat, muss erst nach dem Hebel gesucht werden. Das dauert ein paar Sekunden, und in dieser Zeit ließ der Qualm schon nach. Als ich die Motorhaube endlich geöffnet hatte, war alles verzogen. Nur den komische Geruch war noch da. Im Motorraum sah … alles normal aus. Zumindest glaube ich das. Letztlich wäre es egal gewesen. Selbst wenn etwas nicht in Ordnung gewesen wäre, hätte ich es vermutlich nicht erkannt. Meine Autokenntnisse sind, wie gesagt, ziemlich überschaubar.

Ich ließ die Haube wieder zufallen und ging zur Arbeit. Als ich aus dem Parkhaus ging, schaute ich nach oben, in Richtung der Etage, in der das Auto stand. Ich war darauf gefasst, Flammen aus der Brüstung züngeln zu sehen. Spontane Auto-Selbstentzündung. Vielleicht gibt es ja sowas, wer weiß. Natürlich brannte nichts, doch die eigene Paranoia muss gepflegt werden.

Kurze Zeit später rief ich beim Händler an, der mir ein paar Tage zuvor den Wagen übergeben hatte.

„Hallo. Sagen Sie mal, ist es normal, dass Neuwagen qualmen?“

„Ja.“

„Wie bitte?“

„Ja. Es qualmt aus allen Ritzen und Ecken.“

(Pause) „Ach tatsächlich. Und warum?“

„Das ist Wachs. In den Innenbereichen ist fast alles mit einer Schicht Wachs überzogen, damit das Auto geschützt ist. Das Wachs ist aufgrund der Temperatur vermutlich geschmolzen, auf ein heißes Motorteil getropft und so entstand der Qualm.“

„Und da muss man sich keine Sorgen machen?“

„Nein.“

Ich legte auf und versuchte, ihm zu glauben. Wenn es normal wäre, warum wurde das im Vorfeld nicht erwähnt? Und warum hatte Arbeitskollegen, denen ich aufgeregt den Vorfall beschrieben hatte, bisher nicht Ahnliches bei ihren Neuwagen erlebt?

Als ich am Abend zurück zum Parkhaus ging, flackerte vor dem geistigen Auge das Bild eines völlig ausgebrannten Astra-Wracks. Doch es hatte nichts gebrannt. Auch der Geruch war verzogen. Das Auto stand da, als ob nichts gewesen sei. Es sprang sofort an, fuhr normal und qualmte auch nicht wieder.

Bis jetzt, gut eine Woche später, hat es kein zweites Mal gequalmt. Das Misstrauen ist aber noch da. Ich warte lieber noch ein paar Wochen, bevor ich das erste echte Fazit ziehe.

Der Astra-Konfigurator, menschlich

Opel-Logo. (© GM Corp.)

(© GM Corp.)

Die Wunsch-Konfiguration konnte ich mittlerweile auswendig aufsagen. Unzählige Male hatte ich auf der Opel-Seite mein zukünftiges Auto zusammengebaut. Über alle möglichen Motorisierungs-Typen und Extras hatte ich mich im Vorfeld informiert, langwierige Beratungsgespräche dürften also nicht notwendig sein. Nur ein paar kleine Änderungen und Wünsche hatte ich notiert, die sich mit dem Konfigurator nicht realisieren ließen. Wenn das eine Extra hinzugefügt wird, fällt ein anderes raus. Obwohl ich beide haben will. Solche Sachen. Dieser Mangel an Flexibilität ist bei einem Programm nachvollziehbar, würde bei der tatsächlichen Bestellung, also bei einem Menschen, wohl nicht auftreten. Dachte ich.

Natürlich kam es anders. Das lag in erster Linie daran, dass der Händler für das Zusammenstellen des Wagens genau den gleichen Konfigurator benutzen musste wie der Kunde vor der Webseite. Der einzige Unterschied: Bei ihm lief der Konfigurator nicht auf einer Webseite, sondern als Applikation auf dem Rechner. Was wiederum bedeutet, dass der Händler mitnichten flexibler reagieren kann. Der am häufigsten gesprochene Satz des Händlers war also folgerichtig: „Geht nicht.“

Und ich fragte jedes Mal zurück: „Warum geht das nicht?“

Eine Frage, die mir der Händler in keinem der Fälle beantworten konnte. Ich bekam immer nur das recht hilflose „das ist bei Opel nicht vorgesehen“ zu hören. Ein kleines Beispiel: Bei einer bestimmten Ausführung bekommt das Auto 17-Zoll-Reifen und Leichtmetallfelgen. Diese Felgen haben zehn Speichen und sehen … in meinen Augen nicht gut aus. Ich wollte genau dieses Paket – aber Räder mit fünf Speichen. Das mag nun kleinlich klingen, aber das Auto werde ich vermutlich über viele Jahren fahren und möchte, dass es meinen Vorstellungen entspricht.

„Ich möchte diese Ausführung, aber Räder mit fünf Speichen.“

„Geht nicht.“

„Warum nicht?“

„Weil Opel das so vorschreibt.“

„Aber die Räder sind doch von der Bauart und vom Preis identisch. Es würde nichts ausmachen.“

„Schon, aber es geht halt nicht.“

„Meine Güte. Dann kommt das Auto eben mit den 10-Spechen-Rädern hier an, sie schrauben sie ab und die mit den fünf Speichen wieder dran. Sie werden doch wohl ein paar Räder hier auf Lager haben.“

(lacht gequält) „Nein, haben wir nicht.“

„Das meinen Sie jetzt nicht ernst, oder?“

„Doch, leider.“

„Ich kann ja auch wieder gehen.“

„Moment …“

Der Händler griff zum Telefon und rief jemanden an, der offenbar mehr zu diesem Thema wusste. Rund zehn Minuten dauerte das Gespräch … und brachte uns nicht weiter. Opel will nicht, und das hat der Kunde offenbar hinzunehmen. Angesichts der Krise, in der der Konzern steckt, hätte ich das nicht erwartet. Und das Beispiel mit den Felgen ist nur eines von vielen. Mittlerweile weiß ich, dass das kein spezielles Opel-Problem ist. Offenbar handelt der Großteil der Autokonzerne so.

Opel Astra, neu (© GM Corp.)

(© GM Corp.)

Letztendlich habe ich doch das Auto so zusammenbauen können, wie ich es haben wollte. Ganze drei Stunden hat das gedauert und hat sowohl mich als auch den Händler an den Rand des Wahnsinns getrieben. Im Fall der Räder wurde ein anderes Ausstattungspaket gewählt (das von Haus aus mit fünf Speichen kam), allerdings ein paar Extras weniger bot als das anderen Paket. Die fehlenden Spielereien bekam ich aber ohne Aufpreis hinzu. Eine gewisse Flexibilität gibt es also doch.

In einem anderen Fall wollte ich eine bestimmte Innenbeleuchtung haben. Es folgte der übliche Dialog mit „Geht nicht“ und „Warum?“. Irgendwann fanden wir heraus, dass die Innenbeleuchtung schon dabei war, weil sie zusammen mit einem bereits gewählten Extra automatisch hinzugefügt worden war. Leider stand das nirgendwo und erst ein weiterer Anruf des Händler bei Opel brachte Erleuchtung. Ich führe das mal auf die Kinderkrankheiten des Systems zurück. Das Astra-Modell ist schließlich gerade erst herausgekommen. So sind vermutlich auch die fehlenden Kenntnisse des Händler zu erklären – es war alles noch zu neu.

Der Autoverkäufer hat vermutlich drei Kreuze gemacht, als wir das Ganze hinter uns gebracht hatten. Später sagte er mir, dass er ab einem bestimmten Zeitpunkt glaubte, einen Testkäufer vor sich zu haben. Weil ich so viele komische Fragen gestellt hätte. Komische Fragen? Na ja. Ich wollte zum Beispiel wissen, wie viele Airbags das Auto serienmäßig hat. So komisch finde ich die Frage nicht.

Doch es soll hier nicht der Eindruck entstehen, dass ich mich über den Händler beschwere. Der tat sein Bestes, scheiterte aber oft an den skurrilen Vorgaben der Zentrale. Dass das Auto so gebaut wurde, wie ich es gerne haben wollte, habe ich seinem Einsatz zu verdanken. Gut möglich, dass sich ein anderer Händler nicht so viel Mühe gemacht hätte.

Heute rief er an. Das Auto sei fertig und könne in ein paar Tagen abgeholt werden. Wann ich denn vorbeikommen wolle?

Zugegeben, jetzt bin ich nervös. Und habe mir als erstes die Details die Bestellung, also die Konfiguration, noch einmal durchgelesen. Fünf Speichen, Innenbeleuchtung – das alles ist dort ausdrücklich vermerkt. Ich werde die Liste zur Übergabe mitnehmen. Sicher ist sicher.

Siehe auch: Eine kleine Auto-Serie.

Es wird ein Astra

Der neue Opel Astra (© GM Corp.)

Wochenlanges Grübeln und unzählige Konfigurationen auf den Webseiten der Autohersteller brachten schließlich die Erkenntnis: Das Auto, das ich haben will, kann ich mir nicht leisten. Also schraubte ich die Erwartungen um einige Level nach unten, schaute mir alle möglichen Modelle an … und stellte fest: So ein Auto will ich nicht haben.

Die Voraussetzungen für den Auto-Kauf sind in diesem Fall etwas anders: Es besteht keine Notwendigkeit, schnell ein Auto zu kaufen. Der Punto läuft noch. Es gibt also genug Zeit, nach dem richtigen Auto zu suchen. Und das ist schwierig, sehr schwierig. Etwas größer als der Punto soll der neue Wagen schon sein, aber auch nicht zu groß. Eine Limousine scheidet aus. Etwas mehr Power unter der Haube wäre auch nicht schlecht, liegt aber nicht allzu sehr im Vordergrund. Dann lieber mehr Schnickschnack. Ich stehe auf Schnickschnack im Auto: Navigationsgerät, iPod-Anschluss, Parkassistent. Solche Sachen. Und es muss einigermaßen vernünftig aussehen.

Gerade der letzte Punkt bereitet mir jedoch arge Schwierigkeiten. Es gibt derzeit kaum ein Auto, das ein gutes Design hat. Jedenfalls nicht in meiner Preisklasse. Peugeot, Renault, Fiat, Mazda, Seat … es mögen allesamt gute Autos sein. Aber die, die gut aussehen, kann ich mir nicht leisten (weshalb BMW, Mercedes und Lexus von vornherein ausfallen). Wie schon bei vielen früheren meiner Autos spielte letztlich mein Vater wieder eine wichtige Rolle. Er wollte mir keines aufdrägen, sondern gab mir nur einen Tipp: „Guck dir mal den neuen Astra an.“

Astra. Ein Opel.

Opel? In alle möglichen Richtungen hatte ich gedacht, nur nicht in diese. Der Insignia, ja, der gefällt mir – ist aber doch eine Nummer zu groß. Ein Astra, der hat aber dieses … Image. Andererseits hatte ich ähnliche Bedenken beim Fiat Punto – und wurde eines besseren belehrt.

Ich guckte mir also auf der Opel-Seite den neuen Astra an. Und war erstaunt. Bisher gehörte der Astra nicht unbedingt zu der Art von Autos, die meine Blicke einfingen. Das hat sich mit dem neuen Modell geändert. Das Design hat sich deutlich gebessert, und, was noch wichtiger ist: In  fast allen Testberichten schneidet der Opel gut ab. Eine ziemlich gute Figur, die der Astra abgibt.

Wie oft ich einen Astra konfiguriert habe, kann ich gar nicht zählen. Immer wieder mit anderen Herstellern verglichen. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich endlich realisierte: Das ist das Auto, das am besten passt – und zwar in allen Bereichen. Angefangen vom Preis, über die Leistung, bis hin zur Optik. Ich bemühte mich, fand aber kein Argument gegen den Astra.

Anfang des Jahres habe ich einen bestellt. In gut einem Monat soll er da sein. Ich bin gespannt, ob ich richtig liege.

Dieser Beitrag ist Teil einer kleinen Auto-Serie: