Flight 666

Iron Maiden, Flight 666, DVD-Cover

Iron Maiden, Flight 666, DVD-Cover

Vor fast einem Jahr wurde ein Musik-Dokumentarfilm uraufgeführt, der die Messlatte für dieses Genre erheblich nach oben geschraubt hat: Flight 666 von, mit und über Iron Maiden. Auch wenn der große Hype um die Doku schon vor Monaten abgeflaut ist, taucht Flight 666 (beziehungsweise der Soundtrack dazu) derzeit mit hübscher Regelmäßigkeit in den Charts vorbei. Gerüchte über eine bald – zumindest noch in diesem Jahr – erscheinende Studioplatte von Maiden könnten der Grund dafür sein. Vielleicht auch die Ankündigung, dass Iron Maiden wieder beim Wacken Open Air spielen werden.

Jedenfalls Anlass genug, an dieser Stelle (erneut) eine heiße Empfehlung auszusprechen – auch an alle, die nicht viel mit der Musik von Iron Maiden anzufangen wissen. Flight 666 dokumentiert eine der bisher größten und imposantesten Welt-Tourneen in der Musik-Geschichte,  könnte aber gleichzeitig ein Lehrfilm aus der Logistik-Branche sein. Im Mittelpunkt des Films steht die Ed Force One, eine umgebaute Boeing 757. Fassungsvermögen: Die gesamte Crew und 12 Tonnen Bühnen-Material. Ohne dieses Flugzeug wäre die Tour nicht zu stemmen gewesen.

Nun könnte man einwerfen, dass von Konzert zu Konzert fliegende Künstler keine Seltenheit sind. Stimmt. Aber nur in den seltensten Fällen wird diese Masse an Equipment mehrfach um den Erdball transportiert. Und noch seltener sitzt der Sänger im Pilotensitz. Die Szenenwechsel, die Bruce zunächst auf der Bühne und kurz darauf im Piloten-Anzug vor dem Steuerknüppel zeigen, sind auch nach der x-ten Wiederholung faszinierend.

Bruce: Flight 666 aproaching.

Tower: Ah. The number of the beast.

Bruce: You got it.

An Detailreichtum ist der Film nicht zu überbieten, was in erster Linie Sam Dunn zu verdanken ist. Der Regisseur hat bereits mit A Headbanger’s Journey eine Dokumentation über das Metal-Genre gedreht, die für alle Musik-Kritiker zur Pflichtlektüre ernannt werden müsste. Vor allem für jene Journalisten, die über Konzerte oder Festivals berichten wollen oder müssen, aber keinen blassen Schimmer von dieser Musikart haben. Mit der Maiden-Doku spielt er in einer ähnlichen Liga – und somit weitaus höherklassig als die meisten anderen Filme dieser Art.

(Videolink)

Ein paar Längen hat Flight 666 durchaus. So wirkt die Hysterie vor den Hotels und Konzertorten irgendwann ermüdend. Gebrüllt und gekreischt wird halt überall auf der Welt gleich. Schwächen, die allerdings vernachlässigt werden können. Denn Flight 666 besticht mit beeindruckenden Bildern und Momentaufnahmen, mit tiefen Einblicke in die Seele einer Band.

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