Der Familie Popolski

Der Familie Popolski

Der Familie Popolski, Pressefoto

Für einen Lokaljournalisten, ob nun jung, frei, alt oder fest, ist ein Konzert der Familie Popolski so etwas wie ein Elfmeter ohne Torwart: Ein sehr einfach und schnell geschriebener Bericht. Man kann kaum etwas falsch machen. Die Pops werden schließlich nicht müde, auf jedem ihrer Auftritte, einer Mischung  aus Konzert und Kabarett, die wahre Geschichte der Pop-Musik zu erzählen. Dass ihr Opa im polnischen Zabrze nahezu alle Hits der Weltgeschichte geschrieben hat, sie aber geklaut wurden und Andere den großen Reibach gemacht haben. Es ist nicht einmal nötig, sich Notizen zu machen. Alles steht auf der Pops-Seite.

Genug Informationen, um innerhalb weniger Minuten 60 bis 80 Zeilen ins Redaktionssystem zu tippen. Das alles noch ein bisschen garniert mit ein paar Hinweisen auf die lustige Sprache der Popolskis, ein Satz über den immensen Wodka-Konsum auf der Bühne, dass das Publikum begeistert ist – fertig ist die Rezension. Dabei ist es egal, dass diese Geschichte schon fünf Jahre alt ist.

Was leider nur selten erwähnt wird: Das unglaubliche musikalische Können und das Talent der Akteure. Fangen wir an mit dem Chef und Gründer der Popolskis an: Achim Hagemann. Bekannt wurde er durch seine Auftritte mit Hape Kerkeling – siehe Hurz! Auf der Bühne sitzt er hinterm Schlagzeug, moderiert durch die Show und hält den Rest der Popolski-Horde unter Kontrolle.  Die umfasst rund ein Dutzend Musiker, die musikalisch mit allen Wassern gewaschen sind. Beispiele: Mirekt Popolski an der (Dreifach-)Gitarre, Dorota und Tomek an den Mikros mit beeindruckenden Klangvolumina. Oder Janusz, der die irrwitzigsten Bassläufe spielen kann und dennoch keinen Millimeter von seiner Rolle des schüchternen kleinen Jungen abweicht. Welch schauspielerisches Talent. Dass er zudem singen kann und eine ausgewachsene Rampensau ist, darf er bei der einzig legitimen Version von Cheri Cheri Lady zeigen.

Ohne diese konzertierte Ansammlung von Talent und Witz wären die Popolskis kaum so erfolgreich geworden. Dass das Konzept der Popolskis, obwohl in die Jahre gekommen, noch immer funktioniert, war am 24. Januar im Dortmunder FZW zu beobachten. Brechend voll war die Halle, die Stimmung fantastisch und die Truppe auf der Bühne wie gewohnt überzeugend. Fast drei Stunden lang. Mit den Popolski-Konzerten verhält es sich so wie mit den Rezensionen darüber: Man kann nicht viel falsch machen. Auch, wenn man sie schon ein paar Mal gesehen hat.

Wenn ein Konzert nicht reichen sollte, gibt’s die Popolskis für zwischendurch auch auf Platte: Dobrze und Live in Zabrze.

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