Category Archives: Musik

Mal was Nettes über Nickelback

Nickelback ist vor allem eines: polarisierend. Die Typen sind zwar erfolgreich und eine Menge Leute mögen die  Band. Aber genausoviele, wenn nicht gar mehr, können Nickleback nichts abgewinnen. Manche sprechen ihr gar die Existenzberechtigung ab.
Nun. So weit würde ich nicht gehen. Aber ich mag sie nicht.
Irgendjemand schrieb einmal, Nickelback machen „grauenhaften Gebrauchsrock“. Treffend formuliert. Gebe es ein Programm, das Riffs und Melodien automatisiert so zusammenbaut, dass ein Rocksong eine möglichst große Masse an Menschen anspricht, somit den kleinsten gemeinsamen Nenner errechnet – es wäre ein Nickelback-Song.
Glattgeschliffen, höchstmöglicher Mainstream, seelenlos.
Seit geraumer Zeit wechsle ich den Sender oder schalte das Radio ganz aus, wenn ein Nickelback-Song angespielt wird. Es macht mir schlicht keinen Spaß, den polierte Sound zu hören.
Dann nahmen sich Nickelback Don Henleys Song „Dirty Laundry“ vor. Der Song lief im Radio  – und ich blieb dran. Ich musste dranbleiben.
Huh. Riffs, die in der Magengrube einschlagen und sich dort breit machen. Schön schmutzig, mit treibendem Schlagwerker-Einsatz und mit Gitarrenlinien, die die Laune heben.

 

Zum Nickelback-Fan macht mich der Song noch lange nicht. Aber dieses Stück haben sie ziemlich gut hinbekommen. Muss auch einmal gesagt werden.

Konzert-Tipp, oder: Entziffere das Bandlogo

Helvete

Weltbrand , Thyrgrim , Wrack , Frigoris am 22. Februar 2013 im Helvete, Oberhausen

Zum einen ist’s eine Konzertempfehlung: Im Metal-Club Helvete in Oberhausen ballern Weltbrand, Thyrgrim, Wrack und Frigoris sich eventuell festgesetzte Fragmente der besinnlichen Winterzeit hinfort: 22. Februar im Helvete Metal-Club, Friedrich-Karl-Straße 63, Oberhausen. Eintritt: 8 Euro. (gesehen bei @rpmetaller)

Zum anderen denke ich, seitdem ich das Konzertplakat gesehen haben, immerzu an das schöne alte Spiel „Entziffere das Bandlogo“. Vor ein paar Jahren, im damaligen Blog-Bereich von der derwesten, hatte ich diverse Folgen gepostet. Mit teilweise sehr skurrilen und recht lustigen Ergebnissen (die leider nicht mehr abrufbar sind). Nun stehen in diesem jetzigen Fall die Bandnamen schon im Text, ein Entziffern entfällt also. Aber es gibt ja genug andere Logos. Die Metal-Szene, vor allem die düstere, bietet einen schier unerschöpflichen Fundus.

Mal schaun. Vielleicht gibt’s eine Neuauflage.

Accept – Stalingrad

Accept - Stalingrad

Accept - Stalingrad

Mit „Blood of the nations“ hatten Accept 2010 ein Feuerwerk gezündet, das in dieser Form niemand so recht erwartet hatte. Ein grandioses Album – und nun geht’s wohl auf gleichem Level weiter, wenn am 6. April 2012 das 13. Studioalbum von Accept und das zweite mit Mark Tornillo am Mikro erscheint.

Zumindest wird bei Amtlich unterm Dach des „Spiegel“ eine eindeutige Kaufempfehlung ausgesprochen. Übrigens: Wer den 20 Punkte umfassenden Katalog rund um Accept schön verinnerlicht, wird nicht nur Erfolge bei Annäherungsversuchen zu weiblichen Fans der ersten Acceptstunde verbuchen können, sondern auch Kumpels mit erstaunlichem Fachwissen verblüffen:

11. Die Lyrics von Accept sind schon fast traditionell meist pathetisch bis peinlich. Vor allem bei politisch-historischen Themen.

12. Die Lyrics von Accept sind nicht so pathetisch und peinlich wie die von Günter Grass. Vor allem bei politisch-historischen Themen.

Mit Stalingrad landet somit eine weitere Scheibe auf die schon jetzt recht lange Einkaufsliste.

(Quelle)

 

 

Big4 – Ende der Diskussion

Nun liegt das Konzert der Big 4 in der Arena Gelsenkirchen schon mehr als eine halbe Woche zurück. Angesichts der Schwierigkeiten im Innenraum rückte das Musikalische in den Hintergrund. Allerdings hat sich seit dem ersten Beitrag hier und im Westen eine Menge getan – und vermutlich wird das Big4-Konzert Ausschlag gebend dafür sein, dass in der Schalke-Arena nun ein neues Konzept für Großveranstaltungen erarbeitet wird.

Die zahlreichen Leser-Kommentare unter den Westen Berichten (1, 2) werden vielleicht ihren Teil dazu beigetragen haben, doch vor allem war es wohl die Reaktion von Konzertveranstalter Marek Lieberberg: Es müsse sich etwas ändern, sagte Lieberberg, damit MLK wieder nach Gelsenkirchen in die Arena komme.

Lieberbergs Wort hat Gewicht. Kaum ein Betreiber von Veranstaltungsorten kann es sich leisten, seine Kritikpunkte zu ignorieren. Einen Tag später nahm Rüdiger Mengede, Geschäftsführer der Arena, Stellung und räumte Fehler ein. Fazit: Es gab zu wenig Getränkestände (weil die Stadt Gelsenkirchen die Sicherheitsbestimmungen erhöht hatte) und Wasser wird demnächst das günstigste Getränk sein.

Damit dürfte die Diskussion vorerst beendet sein. Und nun wird’s Zeit, sich wieder der Musik zu widmen.

Big4 – Reaktion von Veranstalter Marek Lieberberg

Es war ein recht langes Telefonat mit Marek Lieberberg, Chef einer der größten und erfolgreichsten Konzertagenturen. Nein, diese Kritik wolle er nicht auf sich sitzen lassen, darüber müsse man reden. Also redeten wir über das, was am Samstagabend (2.7.2011) beim Big4-Konzert im Innenraum der Arena Gelsenkirchen schief gelaufen ist und auch über das, was ich hier im Blog und im Westen geschrieben habe.

Dabei ging es im Wesentlichen nicht um das Geschriebene, sondern um das Beschriebene. Doch der Reihe nach.

Ein Veranstalter könne nicht für etwas verantwortlich gemacht werden, wofür er nicht zuständig ist. Zu oft sei in meinem Text direkt der Veranstalter kritisiert worden und nicht der Verantwortliche. Zwar habe ich die Getränkestände eindeutig dem „S04-Catering“ und nicht dem Veranstalter zugeschrieben, doch einige andere Bereiche will ich an dieser Stelle gerne konkretisieren. Die Zuständigkeiten laut Lieberberg:

  • Für das Catering (Getränke und Essen) war die „Schalke 04 Arena Management GmbH“ verantwortlich.
  • Das gilt auch für die Toiletten.
  • Zwar hat der Veranstalter MLK die Sound- und Lichttechnik zur Verfügung gestellt. Wie diese benutzt und eingesetzt wurde, darauf hatte MLK nach eigenen Angaben keinen Einfluss. Die Tontechniker der Bands übernahmen diesen Job und damit auch die Verantwortung.
  • Für die ÖPNV-Anbindung sowie für Sonderzüge sind die Verkehrsbetriebe zuständig (hier: Bogestra). Eine gute Anbindung wird von Lieberberg ausdrücklich gefordert – „schließlich zahlen wir als Veranstalter dafür eine Menge Geld an die ÖPNV-Betriebe.“ (Die ÖPNV-Situation hatte ich selbst zwar nicht aufgegriffen, sie wurde aber in den Kommentaren thematisiert.)

Über die Zuständigkeiten aufzuklären, war aber nicht die primäre Intention von Lieberberg. Er stimmte vielmehr zahlreichen  Kritikpunkten sowohl im Beitrag als auch in den Kommentaren hier und im Westen zu. Mehr noch, er konkretisierte sie und forderte Konsequenzen. „Es muss etwas passieren, damit man uns hier wiedersieht“.

Im Mittelpunkt seiner Kritik steht die „Schalke 04 Arena Management GmbH. Bereits am Mittag habe Lieberberg eine Mail an Geschäftsführer Rüdiger Mengede geschickt. Inhalt: Sechs Punkte, über die der Veranstalter dringend mit dem Arena-Management reden will. Unter anderem über die schlechte Versorgungssituation aufgrund zu wenig Getränke- und Essensstände, über zu wenig Personal, über unzumutbar lange Wartezeiten, über zu wenig Toilettenhäuschen, über die Mängel Infrastruktur in der Arena allgemein …

Die detaillierten Kritikpunkte von Marek Lieberberg sind im Artikel drüben im Westen nachzulesen.

Übrigens: Die Versuche, auch von Management der Gelsenkirchener Arena eine Stellungnahme zu bekommen, verliefen heute im Sande. Man wolle sich erst am nächsten Tag äußern. Schriftlich.

In diesem Zusammenhang sei auf den Kommentar des Nutzers „ruhrpottkoenig“ auf derwesten.de verwiesen:

Danke Danke Danke für diesen Bericht. Es wurde Zeit das sich mal ein veranstalter sehr lautstark meldet bei diesen chaotischen Zuständen. Da lernen einige nicht dazu… Gruss ein insider.