Category Archives: Eigenes

Morgendliche Unzulänglichkeiten

Heute Morgen Katzen-Trockenfutter statt Kaffeebohnen in den Kaffee-Automaten gekippt.

(Den Fehler zwar in letzter Minute noch bemerkt, aber für das Entfernen des Trockenfutters sowie für das anschließende (sehr, sehr gründliche) Reinigen der Maschine fast eineinhalb Stunden gebraucht.)

(Merke: Aufbewahrungsbehälter aus Glas sind zwar schick, sollten in manchen Fällen aber nicht zu nah beieinander stehen.)

Besuch in Eddies Bar, Portugal

Hinweis: Dieser Artikel war ursprünglich am 3. Oktober 2008 auf „Hart gerockt“ in der derwesten.de-community erschienen. Hier sind ein paar Bilder hinzugefügt worden.

Eddies Bar, Santa Barbara des nexe, Portugal

Eddies Bar, Theke.

Vor etwa zwei Jahren hatte Ingo das erste Mal von der Kneipe erzählt. Keine besonders große Kneipe, aber eine außergewöhnliche: Eddies Bar, die vermutlich einzige offizielle Iron-Maiden-Kneipe weltweit, noch dazu in Besitz von Bassist Steve Harris. Ein spontaner Besuch, so sehr er mich auch reizte, war leider nicht ohne weiteres möglich. Eddies Bar ist rund 3000 Kilometer entfernt, in Portgual, Santa Barabara de nexe. Deshalb nahmen wir umgehend Urlaubspläne in Angriff. Der nächste Sommerurlaub, ja, er sollte nach Portugal führen.

Dummerweise erzählte ich etwas später von relativ günstigen Ferienmöglichkeiten in Griechenland und plötzlich spielte Portugal keine Rolle mehr. Die Reisegruppe hatte mich überstimmt. Zwar wurde die Möglichkeit erwogen, während des Griechenland-Urlaubs ein Wochenend-Trip in die Algarve zu unternehmen. Es gebe ja Billigflieger, so teuer könne das nicht werden. Ich wurde den Eindruck nicht los, dass ich mit dieser Aussicht lediglich ruhig gestellt werden sollte. Natürlich haben wir keinen Abstecher nach Portugal gemacht.

Der Urlaub 2006 in Griechenland war letztendlich auch schön. Aber Eddies Bar war noch nicht gestorben. In diesem Spätsommer sollte es passieren. Die mittlerweile kräftig gewachsene Reisegruppe buchte den Portugalurlaub und acht Leute landeten Mitte September in der Nähe von Albufera.

Eddies Bar, Santa Barbara des nexe, Portugal, Memorabilia

Memorabilia - Eddies Bar in Santa Barbara de nexe, Portugal, 2008

Nein, es ging nicht direkt in Eddies Bar. Das Ferienhaus war etwa 40 Kilometer von Santa Barbara de nexe entfernt, und es dauerte noch eine ganze Woche, bis der Höhepunkt des Urlaubs kommen sollte. Die Zeit vertrieben wir uns mit viel Pool, Strand und noch mehr Super Bock und Sagres. Ingo und Mareike, die Eddies Bar schon kannten, bereiteten uns auf den Abend vor. „Kein Eddies-Evil-Brew trinken“, mahnte Mareike. Und wer mal austreten müsse: „Frauen zu den Maidens, Männer zu den Beasts.“ Und ja nicht die Tropfkerze anfassen! Wieso Tropfkerze? Ach, egal. Lieber noch einen Bacardi zur Einstimmung.

Unsere vier Mädels, die mit Maiden eher weniger Berührungspunkte haben, hatten sich inzwischen zu beachtenswerten Metal-Chicks verwandelt. Das heißt: Jede trug ein Metal-T-Shirt. Weil das natürlich nicht reicht, gab’s ein bisschen Nachhilfe: Geli, die Ingos King-Diamond-Shirt bekommen hatte, musste fast die komplette Discographie des Hochtonmeisters auswendig lernen. „Wenn dich jemand fragt, welches dein Lieblingsalbum von King Diamond ist, sagst du The Eye“, bestimmte Ingo. Inge und Klaus, die mit Metal nur wenig am Hut haben, übten die währenddessen die Pommesgabel. Ok. Es konnte losgehen.

Gegen halb neun Abends erreichten wir Santa Barbara de nexe, ein kleines Dorf umgeben von … nichts. Die Zufahrtsstraßen sind eng, und ein Tourist würde sich wohl kaum in diese Gegend verirren.

Es sei denn, er ist Iron-Maiden-Fan und gerade auf Pilgerfahrt.

Eddies Bar, Santa Barbara des nexe, Portugal

Eddies Bar - Iron Maiden und nur Iron Maiden. Manchmal auch ein bisschen Motörhead.

Rund ein halbes Dutzend vorwiegend schwarz gekleideter Menschen standen vor der Kneipentür. Zu übersehen ist sie nicht und neben dem Kirchturm die vermutlich einzige Sehenswürdigkeit von Santa Barbara de nexe: Wie ein sakraler Torbogen strahlt sie in die wenig befahrene Straße, mit großen roten Maiden-Lettern überschrieben: Eddies Bar.

Sie war geschlossen.

An einem Samstagabend, um diese Uhrzeit? Oh nein, sollte es auch dieses Mal nicht klappen? Eine Katastrophe! Nein, ganz ruhig, erst einen Blick auf die ausgehängten Öffnungszeiten werfen:

„Samstags von ? bis 4 Uhr“.

Gut. Sie würde noch noch aufmachen. Bis irgendwann der Wirt vorgefahren kam, der augenscheinlich nach Gutdünken öffnet, hatten wir uns bereits mit den anderen Metallern angefreundet. Metal-T-Shirts sind schließlich ein prima Kommunikationsstarter. Geli musste zwar nicht ihre King-Diamond-Lieblingslieder aufsagen, aber ein Spanier sah mein Wacken-Shirt und erzählte mir aufgeregt von seinen Erlebnissen. Das machte er mangels Englischkenntnisse auf Spanisch und es interessierte ihn nicht die Bohne, dass ich kein Wort verstand. Lediglich Francesco, ebenfalls aus Spanien, konnte mit seinem rudimentären Englisch ein wenig übersetzen. Als mir der aufgedrehte Spanier von seiner Wacken-Tour 2004 berichtete, öffnete sich die Tür zu Eddies Bar.

Ingo und Mareike hatten nicht zu viel versprochen.

Vielleicht etwas mehr als 100 Quadratmeter ist die Kneipe groß und randvoll mit allen erdenklichen Maiden-Memorabilias. Der Eddie-Sarkophag von Seventh son of the seveth son, Eddie als Puppe, Eddie als Wandschmuck, Eddie auf Postern. Eddie überall. Iron Maiden überall. Über der Bar hängen diverse Goldene Schallplatten, signierte Fotos – die gesamte Geschichte der größten Metal-Band der Welt komprimiert in einer Kneipe. In der Mitte eine riesige Tropfkerze, als Andenken an den verstorbenen Manager von Iron Maiden. Ein wunderbarer Ort. Um alle Details zu entdecken, reicht ein Abend bei weitem nicht aus.

Der schönste Tag meines Lebens

Eddies Bar, Santa Barbara des nexe, Portugal

Wandmalerei vor Eddies Bar.

Zumal ich schon nach kürzester Zeit das dritte Bier in die Hand gedrückt bekam. Unsere Metal-Chicks hatten einen Tisch in Beschlag genommen und ritzten ihre Namen in das Holz. Und sie amüsierten sich über meine Reaktionen. Offenbar hatte ich an dem Abend viel gegrinst. „Na, ist wohl der schönste Tag deines Lebens, wie?“ Ich sagte nichts, trank weiter und guckte mir die vollgepappten Wände an. Unnötig zu erwähnen, dass die ganze Zeit Maiden aus den Boxen röhrte, was die ohnehin aufgepeitschte Stimmung weiter in die Höhe trieb. Nur ein Mal wurde nicht Maiden gespielt. Sondern Motörhead.Von mir aus könnte jeder Kneipenabend so laufen.

Kurze Zeit später waren wir ziemlich angetrunken. Ob es an der hohen Schlagzahl lag oder ob der Eddie-Wirt das Bier mit Schnaps gestreckt hatte – wir werden es nicht mehr herauskriegen. Mitterlweile hatte sich die Kneipe gefüllt, die Anzahl der Gäste blieb dennoch überschaubar. Offenbar verbringen die Einheimischen ihre Samstagabende lieber wo anders. Das war uns egal, außerdem hatten wir uns bereits mit den anderen Touristen angefreundet. Mit unweigerlich steigendem Alkohollevel sank die Hemmung, sodass wir es überhaupt nicht peinlich fanden, so für ein Foto zu posieren:

Eddies Bar, Santa Barbara des nexe, Portugal - Posen

Posing nach dem Genuss von Eddies Evil Brew.

Ein Metal-getränkter Abend mit dem Geruch von Iron Maiden überall. Steve Harris schaute leider nicht vorbei, obwohl er zu der Zeit wohl in seiner Burg (!) ganz in der Nähe weilte. Auch nicht schlimm. Ich diskutierte lebhaft mit dem Spanier und es war uns völlig egal, dass keiner von uns wusste, was der andere gerade erzählt. Das wäre der richtige Zeitpunkt gewesen, um endlich ein Eddies-Evil-Brew zu trinken. Leider war es ausverkauft, erst in der folgenden Woche würde der Weinhändler Nachschub bringen. Äh? Weinhändler? Ja, klärte mich der Wirt auf. Eddies-Evil-Brew ist ein Wein. Wohl ein ganz besonderer, denn den bisherigen Erzählungen zur Folge schießt er den Konsumenten unverzüglich ins Nirvana.

Eddies Bar, Santa Barbara des nexe, PortugalWir wichen auf Rum und Cola aus, den uns draußen vor der Tür Francesco und seine Freundin Maria anboten. Sie hatten sich aus Spanien mit einem Van auf den Weg gemacht und dieser Van war gleichzeitig ihre Unterkunft und ihr Kühlschrank. Die Party hatte sich vor die Kneipe verlagert, aus Eddies Bar röhrte der Maiden-Sound. Die Adressen mit den neuen Freunden waren auch schon ausgetauscht. Nächstes Jahr geht’s nach Spanien. Francesco kennt dort einige gute Metal-Kneipen…

Oder wir treffen uns noch einmal in Eddies Bar. Die Reise ist es wert und sei jedem ans Herz gelegt, der mit Iron Maiden was anfangen kann.

Eddies Bar
Rua de Loule 59
Santa Barbara de nexe
Faro 8000
Algarve
Portugal
00351 289992282

Nachtrag 17.01.2011: Steve Harris hatte die Bar Ende September 2009 geschlossen. Zu dem Zeitpunkt schien es laut Blabbermouth eine endgültige Schließung zu sein. Nun, so ganz endgültig sollte es wohl doch nicht sein. Harris gab bekannt, dass die Eddies Bar im Mai 2010 wieder eröffnet, aber von diesem Zeitpunkt an nur während der Sommermonate die Tore öffnen würde (siehe nochmals Blabbermouth).

Übrigens: Bewegtbilder aus Eddies Bar zeigt dieses Video:

Zum Ende von Westropolis

Westropolis, das Kultur-Blog der WAZ-Mediengruppe, ist Anfang des Jahres offline gegangen. Das Experiment sei beendet, so die offizielle Mitteilung – fast vier Jahre und rund 5600 Beiträge nach dem Start. Obwohl ich bei der WAZ-Mediengruppe arbeite, kenne ich die Gründe für das Aus nicht. Fest steht nur, dass nun sämtliche Westropolis-Links auf die Kulturseite von derwesten.de weiterleiten. Alle Beiträge inklusive der Kommentare sind nicht mehr verfügbar.

Auch ich hatte einige Beiträge auf Westropolis veröffentlicht. Das waren zwar nicht besonders viele und nicht allen muss hinterhergetrauert werden. Einige möchte ich aber doch behalten und weiterhin im Netz lesen können, mehr für mich selbst denn für die Allgemeinheit. Daher veröffentliche ich hier auf Hart gerockt meine alten Westropolis-Texte, jeweils zurückdatiert auf den 1.1.2011 und zusammengefasst unter der Kategorie Westropolis. Das ursprünglich Erscheinungsdatum wird in den Beiträgen ebenfalls vermerkt. Es sind die reinen Beiträge, ohne die dazu auf Westropolis abgegebenen Kommentare, und zumeist ohne Bilder. Die habe ich nicht mitgesichert.

Westropolis war im Februar 2007 als Vorläufer von derwesten.de an den Start gegangen. Mit derwesten.de hatte die WAZ-Mediengruppe die Online-Auftritte ihrer NRW-Zeitungen zu einem großen Portal zusammengefasst. Mehr über das nun beendete Projekt steht im Pottblog und bei den Ruhrbaronen. Der Revierflaneur, ursprünglich Mitglied des Haupt-Autorenteams bei Westropolis, hat eine Art Nachruf verfasst.

Die Grafik zeigt eine Visualisierung der Webseiten-Struktur (Ausschnitt) von Westropolis, Stand 3. März 2008. Der Graph-Service wird von aharef.info angeboten.

Einmal vier Mal Winterräder, bitte

Winterreifen Michelin Alpin A4

Dieser Reifen wird's werden: Der Michelin Alpin A4 (Foto: Michelin)

Winterreifen werden knapp. Jedes Jahr, zwischen September und November, geistert diese Nachricht durch die Medien. Zusätzliche Brisanz bringt in dieser Saison die angedachte Winterreifen-Pflicht ins Thema. Zwei Beispiel-Artikel seien hier genannt: Zum einen die leergekauften Testsieger-Lager in der Süddeutschen, zum anderen – um ein wenig lokal zu bleiben – die Lieferengpässe in Kamen. Letzteres berichtet die WR auf derwesten.de – doch genau dort gibt es einen weiteren Bericht, der zu einem ganz anderen Ergebnis kommt:

Weder die Reifenhersteller hätten Lieferschwierigkeiten bei Winterreifen, noch müsse sich der Reifenhandel über Engpässe beklagen. Der AvD beobachte, dass Jahr für Jahr die Nachricht lanciert werde, „die gesamte Reifenindustrie habe Lieferprobleme.

Das sagt Sabine Götz, Sprecherin des Automobilclubs von Deutschland (AvD). Lieferengpässe – ein Wintermärchen. Im Westen-Text kommt auch Maximilian Maurer vom ADAC zu Wort und zu einem ganz ähnlichen Schluss:

Das ist eine ganz gezielte Desinformation. Eine wirkliche Knappheit haben wir noch nie festgestellt.

Und die Realität? Auf geht’s zum Selbsttest.

Für mein Auto brauche ich einen Satz Winterräder. Also das ganze Paket, Reifen auf Felge. Neben der Lieferbarkeit spielt natürlich auch der Preis eine Rolle. Und es soll nicht irgendein Reifen sein. Auf der Wunschliste steht der Michelin Alpin A4, der bei Tests recht gut abgeschnitten hat.

Der erste Versuch führt zum Händler, der mir das Auto verkauft hat: Gebrüder Nolte in Iserlohn. Ja, selbstverständlich gibt es Räder, derzeit sogar im Angebot: 205 mm breite 17-Zöller von Pirelli auf Design-Stahlfelgen, speziell für den Astra gefertigt. Design heißt in diesem Fall, dass das Rad fünf Speichen hat und somit optisch an einer Leichtmetall-Felge angelehnt ist. Sie sehen in der Tat recht gut aus. 899 Euro für den Satz. Im Preis inklusive ist die Montage und Einlagerung der Sommerreifen. Doch das ist nicht ein Preis, den ich mit „Angebot“ in Verbindung bringe. Allerdings hatte ich mich im Vorfeld  nicht konkret über Preise informiert und kann deshalb noch nicht vergleichen.

Das wird im zweiten Schritt nachgeholt. Euromaster bewirbt intensiv günstige Reifen, also steuere ich die Iserlohner Filiale an. Und stehe vor verschlossenen Türen. Das Geschäft schließt werktags um 18 Uhr. An einem regulären Arbeitstag für mich nicht machbar.

Ein paar Hundert Meter weiter hat Autoteile Fischer noch geöffnet. Der Verkäufer guckt mich mit dieser Mine an, auf die in der Regel nur Heimwerker die Patentlizenz haben: „Oh, oh, das wird teuer.“ Mir wird etwas von anderen Abständen beim neuen Astra erzählt, die die Auswahl und überhaupt die Lieferbarkeit noch weiter einschränken. Der Verkäufer schaut sich die Angaben auf meinem Fahrzeugschein an und sagt, ich bräuchte 225 mm breite 17-Zöller. Von Pirelli gibt’s die bei Fischer für 298 Euro das Stück. Zusammen mit Felgen von Platin macht das für einen Satz  1580 Euro. Aha. Ist das Angebot oder kommen wir erst noch dazu? Nein, das wäre das Angebot. Lieferbar in einer Woche. Und wenn ich mich nicht schnell entscheide, würde es noch teurer. Die Lage würde von „Stunde zu Stunde dramatischer“. Den Preis könne man aber drücken, indem ein anderer Reifenhersteller gewählt wird. Im Fischer-Angebot ist Bridgestone für 224 Euro pro Stück. Was dann insgesamt 1248 Euro mache. Und wie hoch wäre der Preis, wenn ich statt Alu- normale Stahlfelgen nehme? „Das geht nicht“, sagt der Verkäufer. 17-Zöller gebe es nicht als Stahlfelge. Und ich bräuchte zwingend 17-Zöller.

Komisch. Das Angebot von Opel Nolte war doch eine Stahlfelge in 17 Zoll. Ich schaue den Fischer-Mann verständnislos und gehe – am nächsten Tag zu ATU, ebenfalls in Iserlohn. Der Laden ist voll, alle wollen Reifen kaufen. Eine ganze Weile muss auf einen Verkäufer warten. Doch dann werde ich ausführlich und gut beraten. Der ATU-Mann erzählt mir, dass ich bei meinem Wagen auch 16-Zöller verwenden könne. Die seien zum einen günstiger, zum anderen müssten es auch keine 225mm-Schluffen sein. 205 mm reichten völlig. Das drückt den Preis noch einmal und erhöht die Auswahl an Reifen. Interessante Informationen – die mir die bisherigen Verkäufer vorenthalten haben. Außerdem, legt der Verkäufer nach, können breite Reifen im Winter das Fahrverhalten negativ beeinträchtigen. Er schlägt mir 205er-Reifen von Michelin in 16 Zoll mit Alu-Felgen von Ashtech vor. Preis: 980 Euro plus Einbau. Und: Plus TÜV-Gebühren. Denn die Alu-Felgen müssten dort eingetragen werden. „Aber brauchen Sie unbedingt Felgen im Winter“, fragt der ATU-Verkäufer. Wenn ich simple Stahlfelgen nähme, wird’s deutlich günstiger – nämlich insgesamt 680 Euro. Plus Einbau.

Michelin Alpin A4

Michelin Alpin A4

Das ist endlich ein Preis, der sich mit Vorstellungen deckt. Aber: Die Reifen seien derzeit nicht auf Lager und müssten bestellt werden. Da die Lieferzeit erst am nächsten Tag herauszufinden ist, notiert sich der Verkäufer meine Handy-Nummer. Er will mich anrufen, sobald er genaue Daten habe.

Am nächsten Tag ruft der ATU-Mann nicht an. Auch an den folgenden nicht. Knapp eine Woche später habe ich frei und starte einen neuen Versuch – erneut bei Euromaster. Auch hier ist die Beratung gut und kompetent, auch hier rät mir der Verkäufer zu 205mm breiten 16-Zöllern. Im Angebot bei Euromaster ist gerade ein Komplettrad Pirelli auf ATS-Twister-Alufelge, vier Stück für 736 Euro. Leider passt die Felge nicht auf mein Auto. Die Alternative ist eine schwarze Rial-Felge, insgesamt würden dann 940 Euro fällig. Will ich die Felge in silberner Farbe haben, kostet es 1044 Euro. In beiden Fällen ist kein TÜV-Eintrag nötig. Die Felgen sind bereits zugelassen. Will ich meine Sommerräder dort einlagern, muss ich zusätzlich etwa 33 Euro bezahlen.

An der dunklen Felge für 940 Euro zeige ich Interesse und frage nach der Lieferzeit. Wie schon bei ATU werde ich auf den nächsten Tag vertröstet. Der Euromaster-Verkäufer schreibt sich meine Nummer auf und will mich anrufen.

Ich habe also immer noch keine Winterreifen – aber immer noch einen freien Tag und Zeit. Die nutze ich, um den Gebrüdern Nolte einen zweiten Besuch abzustatten. Ob sich am Angebot etwas verändert habe, frage ich. Schließlich ist seit meinem ersten Besuch eine gewisse Zeit vergangen. Nein, alles beim Alten. Und sind die Räder vorrätig? Nein, leider nicht. Alles ist bereits reserviert. Das wundert mich nicht, das Angebot kann sich im Vergleich ja durchaus sehen lassen. Auch hier will ich die Lieferzeit wissen und werde – natürlich – auf den nächsten Tag vertröstet. Man wolle mich anrufen.

Am nächsten Morgen klingelt innerhalb einer halben Stunde zwei Mal mein Handy. Der Euromaster-Mann meldet sich als erster und nennt die Lieferzeit: Etwas mehr als eine Woche. Kurz darauf ruft Opel Nolte an. Lieferzeit: 3 Werktage.

Den Auftrag vergebe ich an den Händler, dem ich am Anfang die wenigsten Chancen eingeräumt hatte – Opel Nolte.

Fazit

Die Angebote von Euromaster und Nolte sind zwar unterschiedlichen Klassen, aber doch vergleichbar: Eurostar bietet eine echte Alufelge an, aber nur mit 16-Zoll. Opel Nolte hat 17-Zöller im Angebot, allerdings nur auf Stahlfelge. Die sieht aber recht gut aus und ist unterm Strich günstiger.

Indiskutabel ist das Fischer-Angebot. Unzufrieden bin ich vor allem mit der Beratung. Diese war bei ATU am besten, allerdings blieb der versprochene Rückruf aus. Dass das Angebot  von Opel Nolte den Zuschlag erhalten hat, liegt vor allem an meiner Bequemlichkeit. Ich kann meine Sommerräder einfach da lassen.

Und wie war das mit den Engpässen? Zwischen drei und sieben Tagen muss ich auf  Kompletträder warten. Ein durchaus akzeptabler Zeitrahmen, Lieferschwierigkeiten sehen anders aus. Warten wir also auf das richtige Wintermärchen.

Gruß aus Griechenland

Aufnahme Palaiochori Mai 2010

Es ist zwar sehr warm, aber nicht warm genug, um ins Mittelmeer zu hüpfen. Zeit also, ein paar Blicke nach links und rechts zu werfen. Und vielleicht auch ein paar abseits der Straßen. Zu sehen ist hier nur eines von zahllosen Motiven, die sich nach kürzester Zeit offenbaren.

Memo an mich: Nächstes Mal eine zweite Speicherkarte mitnehmen.

(Der Traktor ist übrigens noch in Benutzung.)