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Griechischer Staats-TV-Streich: Regierung schließt öffentlichen Rundfunk ERT

ERT - Abgeschaltet am 11. Juni 2013

Griechischer Fernsehsender ERT eingestellt.

Es ist eine der radikalsten Medien-Entscheidungen in der demokratischen Neuzeit: Die griechische Regierung hat am Nachmittag des Dienstags, 11. Januar 2013, verkündet, den griechischen Rundfunk ERT komplett einzustellen. Kein Tod auf Raten, keine Vorbereitungszeit – nein, ein staatlich angeordneter, medialer Vernichtungschlag. Denn nur wenige Stunden später, um Mitternacht, wurde das letzte Signal der griechischen Sender übertragen. Seitdem sind die Bildschirme schwarz – und im Radio ist’s still. Betroffen sind neben den drei Fernseh-Sendern auch sämtliche Radiosender des griechischen Rundfunks.

Griechenland hat somit derzeit keinen öffentlichen Rundfunk mehr. Als demokratisches Land in Europa.

Ein beispielloser Vorgang – der wohl nicht ohne Folgen bleiben wird. Kurz nach der Bekanntgabe der Schließung formierten sich die ersten Proteste. Die Sendeanstalt in Athen wurde von Mitarbeitern besetzt, in der Stadt füllten Demonstranten die Straßen vor dem Sendergebäude. Über die aktuelle Situation in Athen und in anderen Städten berichtet tsantiri.gr in einem Live-Stream. Dort kommen auch ERT-Mitarbeiter zu Wort, die noch in der Nacht von Polizisten aufgefordert wurden, das Sendehaus zu verlassen: „Sie haben mir gesagt, dass ich kein Recht habe, in diesem Gebäude zu sein“, sagte eine ERT-Mitarbeiterin gegenüber Journalisten. „Die ERT gebe es nicht mehr und ich sei bereits gekündigt worden.“

Soweit so unfassbar, soweit demokratisch untragbar, soweit sozial inakzeptabel.

Screenshot ert.gr

Screenshot ert.gr

Doch bei den Protesten geht dabei nicht nur um die 2656 Mitarbeiter, die von heute auf morgen, ohne Vorwarnung, ihren Job verloren haben. Den Menschen in Griechenland geht es auch um das Recht auf Information, das ihnen – vorerst – genommen worden ist.

Vorerst, da laut Angaben der griechischen Regierung der Rundfunk neu aufgebaut werden soll. Kleiner, moderner, effizienter, mit weniger Mitarbeitern. Keine Frage, das ist ein Ziel, das sich in der derzeitigen finanziellen Situation des Landes durchaus erstrebenswert ist. Fraglich, eher: unvertretbar, sind aber die Methoden. In einer Art Staatsansprache, die wir in dieser Form und in ihrem Duktus eher von Schurkenstaaten gewohnt sind, hat am Nachmittag des 11. Juni 2013 der Regierungsprecher Simos Kedikoglou das plötzliche Aus für den griechischen öffentlichen Rundfunk verkündet. Ich übersetze diese Ansprache, die derzeit auch unter ert.gr zu finden ist, hier sinngemäß (Angaben in Klammern sind Anmerkungen/Ergänzungen von mir):

In einer Zeit, in der das griechische Volk harte Einschnitte erleben muss, gibt es keinen Spielraum für Verzögerungen oder für Stillstand. So gibt es auch keinen Spielraum für „Heilige Kühle“, die unberührt bleiben sollen, wenn es in allen Bereichen Einschnitte gibt.

Wenn wir Defizite bekämpfen und aus der Krise herauskommen wollen, dürfen wir kein Desinteresse und keine unglaublichen Verschwendung dulden.

Die Ellinikí Radiofonía Tileórasi (griechisches Radio / Fernsehen -> ERT) ist in diesem Fall ein charakteristisches Beispiel für Desinteresse und unglaubliche Verschwendung.

Und das endet heute.

Die ERT wird bezahlt vom griechischen Volk über eine Abgabe, die mit der Stromabrechnung erfolgt: etwa 300 Millionen Euro im Jahr. Sie (die ERT) hat siebenfache Kosten im Vergleich zu anderen Fernsehsendern und eine vierfache bis sechsfache Mitarbeiterzahl für eine sehr kleine Zuschauerzahl. Es ist die Hälfte (der Zuschauerzahl), für alle drei öffentliche Sender zusammen, im Vergleich zu einem privaten Fernsehsender.

Sie hat ein immenses Vermögen, das aber wertlos wird, wenn es nicht für den Wettbewerb eingesetzt wird.

Sie hat Defizite in der Verwaltung. Wir sprechen über sechs Buchhaltungen, die nicht miteinander kommunizieren.

Die Mitarbeiter haben zahlreiche Privilegien, sie häufen eine gewaltige Zahl an Überstunden an (Soweit ich das verstehe, bezieht sich das auf das Recht, dass Überstunden ausgezahlt werden).

Außerdem muss erwähnt werden, dass sie horrende Mittel für ausgelagerte Produktionen ausgibt, die mit viel weniger (Mitteln) produziert werden könnten, würde sie die eigene Infrastruktur nutzen. Die (die Infrastruktur) von dem griechischen Steurezahle teuer bezahlt wurde.

Ganz zu schweigen von den gewaltigen Kosten ausgelagerter Sendungen, die auf Privilegien  antiquierter gewerkschaftlicher Regelungen zurückzuführen sind. So werden Dutzende Techniker für eine Arbeit eingesetzt, die aber auch von zwei bis drei Personen hätte durchgeführt werden können.

Außerdem muss erwähnt werden, dass sie (die ERT) über ein (Print-)Magazin verfügt, das keine Leser hat. Sie hat Dutzende lokale Stationen, die hauptsächlich, in den meisten Stunden des Tages, das Hauptprogramm des ERT-Senders übertragen.

Die heutige ERT hat sich zu einem Skandal entwickelt, den sich tagtägliche alle ansehen können, aber niemand hatte sich bislang getraut, das Problem anzupacken.

Das alles endet heute. Und es endet mit Bestimmtheit (auch: zeitnah).

Die Regierung hat sich dazu entschlossen, die ERT zu schließen.

Aufgrund der derzeitigen rechtlichen Situation und aufgrund der Entscheidung der Regierung endet die Übertragung der ERT nach dem Programm heute Abend. An Stelle der ERT wird ein zeitgemäßer, öffentlicher – aber nicht staatlicher oder von Parteien kontrollierter – Sender entstehen, nach dem Vorbild der erfolgreichsten und modernsten Sender in Europa.

Die Belegschaft der ERT wird eine ordnungsgemäße Abfindung erhalten. Und die jetzigen Mitarbeiter werden sich bei dem neuen Sender-Unternehmen bewerben können.

Es gibt viele gute, fähige und qualifizierte Angestellte (bei der ERT), ihre Erfahrung und ihre Fähigkeiten werden für das neue Sender-Unternehmen benötigt. Es wird ein faires und transparentes Bewerber-Verfahren nach den gültigen Standards geben.

Die neue Sender-Organisation wird mit viel weniger Personal betrieben werden, mit einer klaren Struktur, wie sie für zeitgemäße Sender im öffentlichen Rundfunk überall auf der Welt gültig ist. Die Archive der ERT – die wahrhaftig einen echten nationalen Schatz enthalten – werden in die neue Sender-Organisation einfließen (mögliche andere Übersetzung: Die Archive werden gesichert).

Es werden auch die Satelliten-Dienste und die modernen Technologien gesichert. Somit soll es – endlich – einen dynamischen Fortschritt in Griechenland geben, verbunden mit einer wichtigen (medialen) Verbindung zu griechischen Aussiedlern auf der ganzen Welt.

Der neue TV- und Radio-Sender wird seine Tätigkeit so schnell wie möglich aufnehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt werden die Bürger die Gebühren für den öffentlichen Rundfunk nicht bezahlen müssen.

Sobald der neue Sender den Betrieb aufnimmt, werden die Gebühren um ein vielfaches niedriger sein. Der Gesamt-Betrag wird sich vermutlich auf etwa 100 Millionen Euro jährlich reduzieren.

Während viele Arbeitsstellen bei der neuen Sende-Anstalt wegfallen werden, werden (aber zeitgleich) Mitarbeiter in Krankenhäusern, in (staatlicher Betrieb) und anderen öffentlichen Einrichtungen gesucht.

Große Veränderungen können nicht ohne Einschnitte umgesetzt werden. Mutige und risikoreiche Entscheidungen!

Bis jetzt haben viele gesagt, dass es keinen politischen Mut für solche Versuche gegeben hat. Die heutige Regierung beweist, dass sie den politischen Mut dazu hat.

Das wird letztlich von dem griechischen Volk gefordert und erwartet.

Diese Ansprache möchte ich an dieser Stelle nicht weiter kommentieren. Doch habe ich an diesem Abend mit vielen Menschen in Griechenland über Facebook, Twitter oder über das Telefon gesprochen. Keiner von ihnen hat das gefordert. Und keiner hat das erwartet.

 

 

Das unterschätzte Potenzial von Spam

Mal wieder einen Blick in den Spam-Ordner geworfen. Müsste ich viel öfter tun, damit mir nicht fantastische Angebote durch die Lappen gehen.

Wahnsinnig günstige Kreditangebote werden da offeriert, ebenso günstige wie neuartige Medikamente gegen Krankheiten, die ich nicht habe, und verlockende Beteiligungen an Investment-Fonds mit traumhaften Rendite-Aussichten.

Zumindest die Investments sind in greifbarer Nähe, da mir die „Loteria Nacional“ die freudige Nachricht übermittelte, dass „Ihre E-Mail hat gewonnen €915.810, 00“.

Wunderbare Neuigkeiten, die gleich die Laune heben. Vom Gewinn bleibt auch so viel übrig, dass ich gleich mehrere dieser schönen und hochwertigen Uhren bestellen kann, die mir ein international tätiger Konzern aus Fernost feilbietet.

Schade nur, dass ich diese wichtigen Nachrichten verrmutlich viel zu spät gelesen habe, weil die Spam-Kontrolle vernachlässigt wurde. In diesem Zuge auch eine aufrichtige Entschuldigung an „Michael Seith“. Mehrfach hat er auf meine Anfrage (an die ich mich dummerweise leider nicht mehr erinnern kann) geantwortet. Ich kann mir auch nicht erklären, warum diese Nachrichten im Spam-Ordner gelandet sind. Er hat doch extra geschrieben: „Bitte lesen Sie fertig. das ist kein SPAM.“ Muss mal mit meinem Spamfilter-Betreiber darüber sprechen. Vielleicht hat der ja auch noch eine Kopie von den ganzen Mails. Denn dummerweise hab‘ ich unbedacht auf „Alle Spam-Nachrichten jetzt löschen“ geklickt. Noch bevor ich zuende lesen konnte. Dabei war’s doch gar kein Spam.

So ein Ärger.

Schwerkraft-Lampe und eine erhellende Idee

Wer zur Weihnachtszeit noch schnell etwas Gutes tun will, findet bei beim Projekt Gravity Light von Deciwatt vielleicht eine passende Anlaufstelle. Das Projekt will eine Lampe realisieren, die lediglich von Schwerkraft betrieben wird. Schon aus ökologischen Gedanken keine schlechte Idee, die auch bei Spiegel Online unter der Netzwelt-Rubrik Gadgets vorgestellt wurde.

Noch erhellender wird’s aber, wenn das ursprüngliche Ziel der Entwickler in die Tat umgesetzt werden kann: Licht in die Dritte Welt bringen. Dort gibt’s zu wenig Elektrizität, Licht wird oft mit Petroleumlampen erzeugt. Mit der Schwerkraft-Lampe lassen sich Räume mit der Schwerkraft erleuchten. Beziehungsweise mit Muskelkraft, denn zunächst muss ein mit Wasser oder Sand gefüllter Sack hochgehoben werden. Dieser sinkt anschließend langsam Richtung Boden, die entstehende Energie wird in Elektrizität umgewandelt. Es wird hell.

In den Kommentaren von Spiegel Online wird die Effizienz einer Schwerkraft-Lampe angezweifelt. Aufgrund andersweitiger Priorisierungen während des Physik-Unterrichts kann ich das leider nicht beurteilen. Dennoch ist die Schwerkraft-Lampe eine prima Idee, die sowohl der Umwelt als auch den Menschen in Entwicklungsländern helfen kann.

Das Projekt sucht über das Startup-Portal Indiegogo noch Unterstützer und Helfer. Laut neuerdings.com kostet eine Lampe 45 Euro – ein Gravity Light geht dabei in Entwicklungsländer, gleichzeitig bekommt man eine Lampe nach Hause geschickt.

Der zuerst possierlich wirkende Mann wird schnell zu einer Belastung …

Wie erst jetzt bekannt wurde, befreite die Polizei am Sonntag gegen Mittag im Sahlkamp aus einer Hochparterrewohnung einen kurz vor dem Verdursten stehenden, schlecht ernährten 37-jährigen Mann. Nachbarn hatten die Ordnungshüter alarmiert. Die Lebensgefährtin des Mannes, war am Morgen für ein paar Stunden mit den Kindern zu den Großeltern gefahren.

In der Wohnung fanden die Mitarbeiter der Polizei keinerlei altersgerechten Getränke. „Nur Wasser, Tee und Säfte, so was habe ich noch nie gesehen“, so der noch sichtlich mitgenommene Polizeibeamte.

Er und seine Kollegen erleben so einiges, aber in jener Wohnung fanden sie nicht einmal genügend Nahrung für eine einzige Männermahlzeit. Nur Müsli, Milchprodukte und Rohstoffe wie Kartoffeln, Reis oder Eier, die vor dem Verzehr erst noch verarbeitet werden müssten, befanden sich in der Küche. Die Regale der Wohnung quollen über von kulturwissenschaftlicher Fachliteratur. Aber es fand sich keine einzige Männer-, Auto- oder Fußballzeitschrift. Auch kein Fernseher.

Die Beamten brachten den Mann in eine Kriseneinrichtung der gastronomischen Hilfe, dem „Klein´s Brauhaus“ in der Bahnhofstraße. Der Leiter der Einrichtung päppelte den Mann persönlich mühsam über Stunden mit Bier und Korn wieder auf. Mitarbeiter des zuständigen Pizzaservice verteilten Notrufnummern in der Nachbarschaft.

„Warum erst jetzt!?“ fragten einige? Oftmals sind Männer, die Opfer dieser Form von Vernachlässigung geworden sind, schlicht und einfach nicht in der Lage, selbst um Hilfe zu bitten. Seit sich schnurlose Telefone in den Haushalten allgemein durchgesetzt haben, wissen oft nur noch die Frauen, wo in der Wohnung sich diese Telefone befinden. Junge Frauen seien mit der Haltung und Pflege eines Mannes häufig überfordert.

Der zuerst possierlich wirkende Mann werde schnell zu einer Belastung, wenn er nach der Balz seine typischen Verhaltensweisen der Sesshaftigkeit ausbilde. Spätestens wenn die ersten Kinder da seien, bleibe den Frauen neben ihrer Berufstätigkeit kaum noch Zeit für den Mann. Böse Absicht sei es eigentlich so gut wie nie, die Frauen dazu bewege, ihren Mann alleine zu Hause zu lassen. Aber Fälle wie dieser erschüttern auch die Einsatzkräfte. „Der Ärmste hat bloß noch 90 Kilo gewogen.“ Fassungsloses Kopfschütteln.

Dem Mann geht es glücklicherweise wieder den Umständen entsprechend gut. Aber das Entsetzen bleibt. Nachbarn und Anwohner stellten Flachmänner und Sixpacks unter dem Balkon des Opfers auf und entzündeten Kerzen.

Auf einem handgeschriebenen Zettel steht die Frage: „Warum?“

Aus einer Statusmeldung auf Facebook entnommen. Quelle unbekannt. Sollten Urheberrechte verletzt werden, bitte ich um eine kurze Meldung. Die Quelle wird dann nachgetrage oder ggf. dieser Beitrag hier wieder entfernt.

Frei

Heute ausnahmsweise mal frei. Und was passiert? Ich wache um sieben
Uhr auf und kann nicht weiterschlafen. Das passiert mir nicht mal an
Tagen, an denen ich früh zur Arbeit muss.

Jetzt die Zeit sinnvoll nutzen: Längst überfälliges Beantworten von
E-Mails erledigen, die Kiste mit Papierkram sortieren, Wohnung putzen.
Irgendwo dazwischen das erste Mal seit Ewigkeiten vernünftig
frühstücken. Zeitung lesen, extended Version. Gegen 11 Uhr schalte ich
den Fernseher ein. Das Programm ist ja noch schlimmer als nachts. Wie
kann es sein, dass bei derartig vielen Kanälen nur Unsinn gezeigt
wird? Fernseher aus, eine CD hören. Trotzdem wird mir langweilig.

Ich glaube, ich schau mal im Büro vorbei …

Posted via email from hartgerockt’s posterous