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Das erigierte Binnen-P: Aus „WordPress“ wieder „Wordpress“ machen

Eine interne Funktion in Wordpress ändern systematisch und ungefragt die Schreibweise des Wortes „Wordpress“ zu „WordPress“. Sie setzt ein erigiertes Binnen-P. Eine sprachliche Unverschämtheit – die sich zum Glück beheben lässt.

Als ich zum ersten Mal das Wort „Wordpress“ in einem Beitrag verwendete und mir anschließend den Text auf der Seite anschaute, wunderte ich mich über mich selbst. Warum hatte ich „WordPress“ geschrieben? Kapitälchen haben innheralb von Wörtern nichts zu suchen. Seit vielen Jahren rede ich mir den Mund fusselig, dass wir nicht „LeserInnen“ schreiben, ebensowenig „AWo“ und auch nicht „ZWar“. Wir schreiben „Leserinnen und Leser“, Awo und Zwar. In die Höhe schießende Buchstaben inmitten von Wörtern sind ein Unding, die vornehmlich von PR-Strategen als sprachliche Tretminen gelegt werden.

Und nun „WordPress“ in meinem Beitrag.

Nein, ich hatte nicht die unüberlegt die Marketing-Strategie der WP-Macher übernommen. Ich hatte das Wort richtig geschrieben, also „Wordpress“. Im Backend war es korrekt, nur auf der Seite selbst glotzte mich das „P“ höhnisch an. Die naheliegende Vermutung, dass im Quellcode Unfug getrieben wird, bestätigte eine kurze Suche. In der Datei formatting.php ist folgende Funktion zu finden:

formatting-php

Immerhin geben die Programmierer in der Kommentar-Zeile zu, dass sie damit ihre eigenen Coding-Standards verletzen. Aber das tun sie bereits schamlos seit der Wordpress-Version 3.0.

Eine einfache Google-Recherche brachte jede Menge Treffer zum Thema. Und die Erkenntnis, dass ich nicht der einzige bin, der sich an „capital_P_dangit“ stört. „Should you CMS be allowed to do that“ fragte ein Autor bereits vor drei Jahren. Sollte ein CMS so etwas machen dürfen? Nein, sollte es natürlich nicht. Selbst wenn die WP-Macher der Auffassung sind, die richtige Schreibweise sei „WordPress“,  sollen sie bitteschön die Finger von meinem Inhalt lassen und mich nicht zur Übernahme ihrer Meinung zwingen. Diese Art der Missionierung geht zu weit.

Lowercase p, damn it!

Erfreulicherweise gibt’s Abhilfe: Das kleine Plugin „Remove Wordpress to WordPress filter“ hebt die Funktion auf. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Plugin mehr als 2000 Mal heruntergeladen worden. Deutliches Zeichen dafür, dass das Verändern von Inhalten, und sei es nur die Großschreibung eines Buchstabens, nicht erwünscht ist.

Eine andere Möglichkeit, das P wieder kleinzukriegen, gibt es in der Datei functions.php. Dort müssen folgende Zeilen eingefügt werden:

remove_filter( 'the_title', 'capital_P_dangit', 11 );
remove_filter( 'the_content', 'capital_P_dangit', 11 );
remove_filter( 'comment_text', 'capital_P_dangit', 31 );

(Quelle)

Beide Möglichkeiten führen zum Ziel. Ich bin mir nicht aber nicht sicher, ob die Änderungen in der functions.php bei einem Update eventuell überschrieben werden. Mit dem Plugin dürfte es ein solches Problem nicht geben.