Monthly Archives: April 2010

Einsparmöglichkeiten (WP-Rechtschreibprüfung)

Douglas Adams hat es vor vielen Jahren treffend formuliert. Eine Beschreibung, die ziemlich genau auch auf mich zutrifft:

Meinen Ruf als ziemlichen Technik-Freak habe ich mir schwer erarbeitet, und ich bin selten glücklicher als an jenen Tagen, die ich von morgens bis abends damit zubringe, meinen Computer auf das automatische Erledigen einer Aufgabe zu programmieren, die mich bei eigenhändiger Ausführung gute zehn Sekunden kosten würde. Zehn Sekunden, sage ich mir, sind zehn Sekunden. Zeit ist kostbar, und die Einsparung von zehn Sekunden ist es allemal wert, einen Tag fröhlicher Aktivität auf die Suche nach ihrer Einsparungsmöglichkeit zu verwenden.

Eine diese Einsparmöglichkeiten ist die Rechtschreibprüfung in Wordpress. Sie steht standardmäßig auf Englisch und muss auf Deutsch umgestellt werden. Leider wird die Einstellung nicht gespeichert, sodass jedes Mal erneut umgestellt werden muss. Das ist zwar nur ein Klick – aber es nervt unglaublich.

Also verbrachte ich ziemlich viel Zeit damit, den Wordpress-Quellcode zu durchsuchen, um die Standard-Einstellung für die Sprache zu finden. Fündig wurde ich in der Datei post.php im Verzeichnis wp-admin/includes.

In dieser Datei muss nach dem Eintrag $mce_spellchecker_languages gesucht werden (ziemlich weit unten). Dort steht:

+English=en,Danish=da,Dutch=nl,Finnish=fi,French=fr,German=de, (…)

Es muss jetzt nur „German=de“ an den Anfang, also direkt hinter das Plus-Zeichen, gesetzt werden. Dann die Datei hochladen und fertig.

Um wieder auf das Zitat zurückzukommen: Es ist ein schönes Gefühl, etwas optimiert zu haben. Wenn etwas, das genervt hat, jetzt geregelt worden ist. Selbst wenn dafür sehr viel Zeit geopfert wurde und der Aufwand, das Ziel auch ohne Optimierung zu erreichen, gering war. Eben so wie im Fall der Rechtschreibprüfung.

Blöd nur, wenn man kurz darauf feststellt, dass andere die Lösung viel früher gefunden haben und eine simple Google-Suche das Problem nach zehn Sekunden gelöst hätte.

Da fällt mir nur noch eines zu ein:

Just fucking google it - I will ask Google before asking dumb questions

Just fucking goolge it!

Sabbatjahr im VW-Bulli

So schlimm sieht der VW-Bulli zwar nicht aus, dürfte aber ähnlich alt sein.

So schlimm sieht der VW-Bulli zwar nicht aus, dürfte aber ähnlich alt sein. (c) Markusram

Sie hat schon immer das gemacht, was ihr in den Sinn kam. Ob nun vernünftig oder nicht, war und ist in den meisten Fällen egal. Ein Sturkopf, ja, bestimmt. Aber ein Sturkopf von der positiven, angenehmen, beeindruckenden Sorte – und seit früher Jugend ein wichtiger Mensch in meinem Leben. Zeitweise teilte ich mich sogar eine Wohnung mit ihr. Zwar in Form einer WG und nicht als Lebenspartner, doch waren unsere Lebenslinien dennoch für eine gewisse Phase verwoben. Das ist mittlerweile zwar nicht mehr der Fall, doch die Gründe dafür sind allein geographischer, beruflicher und privater Natur. Obwohl die Intensität der Freundschaft in den vergangenen Jahren abgenommen hat, gibt es dennoch Berührungspunkte und regelmäßig unregelmäßige Kontakte. Noch immer spreche im Vergleich zu anderen Freunden anders mit, gehe anders mit ihr um, streite anders mit ihr. Wichtige Lebensphasen hallen eben nach.

Ein Mensch also, den ich gut kenne, der mich nicht so einfach überraschen kann. Und doch hat sie es mal wieder geschafft: Sie will ein Sabbatjahr nehmen und in dieser Zeit Europa bereisen. Gut – das allein hat mich nicht besonders überrascht. Die Idee ist vielleicht extravagant, doch nicht allzu außergewöhnlich. Aber: Sie will es allein tun. In einem Auto. Genauer: In einem mehr als 20 Jahre alten VW Bulli mit mehr als 200.000 Kilometer auf dem Tacho, den sie nur für dieses Projekt für ein paar Euro gekauft hat.

Allein die Idee mit einem methusalem’schen Bulli ließe mich bei jedem anderen an den gesunden Menschenverstand zweifeln. Niemals, nicht einmal gegen Geld, käme ich auf die Idee, in so einem Vehikel, das seinen Zenit längst überschritten hat, eine lange (wirklich lange) Fahrt anzutreten.

Nun muss man dazusagen, dass sie gelernte Kfz-Mechanikerin ist. Und das ist einer der Eingangs erwähnten Sturkopf-Aspekte. Anfang der 90er machte sie eine Lehre bei einem Autohändler und störte sich überhaupt nicht daran, dass zu dieser Zeit kaum eine Frau in diesem Männer-Job Fuß zu fassen versuchte. Sie machte es einfach. Und sie war gut darin. Das erklärt die Entscheidung, mit dem 20 Jahre alten Bulli die Europa-Reise anzutreten – einen großen Teil der Reparaturen wird sie selbt erledigen können. Zurück zur Kfz-Lehre: Die Anfeindungen, die spöttischen Bemerkungen ihrer Kollegen, von denen es sicherlich jede Menge gegeben hat, ignorierte sie einfach. Sie zog ihr Ding durch, genauso wie sie es ein paar Jahre später mit der Hochschulreife tat: Sie baute ihr Abitur nachträglich in der Abendschule, nach Feierabend. Inklusive Hausaufgaben und Klausuren. Eine Leistung, vor der ich heute noch größten Respekt habe – und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht die Geduld und die Kraft hätte, Vergleichbares zu leisten. Das anschließende Studium zog sie in ähnlicher Weise durch, lernte nebenbei Spanisch und schloss mit mit einem Bestnoten-Diplom ab. Gar nicht mal so schlecht für eine Kfz-Mechanikerin, oder?

Seit einiger Zeit ist sie endlich da angekommen, wo sie immer sein wollte: In einem guten Beruf bzw. Job, mit einem tollen Ehemann an ihrer Seite. Sie könnte sich einfach zurücklehnen, die Früchte ihrer jahrelangen Arbeit genießen und es endlich ein weniger ruhiger angehen lassen.

Fast jeder andere würde es jedenfalls so tun. Zumindest ich. Offenbar fehlt mir diese Rastlosigkeit, dieser Drang, Neues zu erleben. Dafür ist all das bei ihr umso ausgeprägter. Nebenbei: Selbstredend war sie auch schon in einem Dunkelrestaurant. Keine zehn Pferde würden mich da reinbekommen.

Die Reise durch Europa hat sie seit Monaten minutiös geplant – Länder ausgesucht, die sie besuchen will, feste Routen und Strecken ausgewählt, unzählige Bücher über die Gegenden Europas gelesen. Lange zuvor hatte sie sich mit ihrem Arbeitgeber auf das Sabbatjahr geeinigt und seitdem jeden Cent für die Reise gespart. Ein halbes Jahr will sie unterwegs sein, über den Wesen in die Süden, zurück zum euopäischen Zentrum, wieder in den Süden und über Osten langsam zurück in den Norden. Bis sie schließlich, irgendwann im Oktober, über Dänemark wieder Deutschland erreicht. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, wird sie dann mehr als 13.000 Kilometer zurückgelegt haben.

Eine ambitionierte, alles andere als ungefährliche Fahrt – nicht nur wegen des (vermutlich unzuverlässigen) Bullis, sondern vielmehr, weil sie alleine unterwegs sein wird. Ihr Mann kann keine Job-Pause machen, immerhin wird er sie ein paar Mal besuchen – wo auch immer sie sich zu diesem Zeitpunkt in Europa aufhält.

Viele Leute haben bereits versucht, ihr die Sabbat-Reise auszureden. Aus bereits genannten Gründen: Ein halbes Jahr unterwegs, fremde Menschen, fremde Kulturen, Gefahrenaspekte, Einsamkeit. Ich hatte es gar nicht erst versucht. Es lohnt nicht, sie würde letztlich ohnehin ihren Kopf durchsetzen.

Heute Abend feiert sie ihren Abschied, in ein paar Tagen geht’s los. Viele Freunde hat sie zur Party vor dem Kick Off eingeladen, mit der Bitte, auf Geschenke zu verzichten. Sie brauche nichts mehr, alles sei bestens vorbereitet.

Obwohl ich ihr glaube, ist da doch diese beklemmende Gefühl. Sie wird tausende Kilometer entfernt sein, auf sich allein gestellt in Ländern, deren Sprachen sie nicht spricht. Andererseits werden die meisten Menschen nie das erleben können, was in den kommenden Monaten auf sie zukommt – ein komprimiertes Europa in allen Formen, Farben und Facetten.

Mit einer Mischung aus Angst und Faszination mache ich mich gleich auf den Weg zur Abschiedsparty. Und ich werde ihr natürlich doch ein Geschenk mitbringen – ein altes Handy, inklusive Autoladekabel. Sie hat zwar eins, aber ein Ersatz kann nie schaden.

Falls du mal anrufen möchtest.

Musik-Experiment – sieben Wochen ohne

To-Do-Platten

To-Do-Platten

Das Musik-Experiment neigt sich dem Ende. In meiner Gruppe war ich die Nummer 7 und somit der Abschluss. Hoch ist’s hergegangen in den vergangenen sieben Wochen, Freud und Pein lagen nah beieinander. Und es war nicht immer alles kuschelig, vor allem nicht während der Elektro-Woche. Immerhin haben wir es geschafft, das Ganze ohne Körperverletzungen hinter uns zu bringen.

Trotzdem: Es hat eine Menge Spaß gemacht, an diesem Experiment teilzunehmen. Es hat, um es auf den Punkt zu bringen, das eigene musikalische Spektrum erweitert. Das gilt selbst für den Elektro-Bereich. Tiefschwarz, zum Beispiel, hat mir sehr gut gefallen. Obwohl es ganz und gar nicht die Musik ist, die ich sonst üblicherweise höre – wie man anhand meiner Playlist gut erkennen kann:

  1. Spoonman – Soundgarden / Superunknown
  2. Remedy – The Black Crowes / The Southern Harmony And Musical Companion
  3. It’s a long way to the top (if you wanna rock n roll) – AC/DC / High Voltage
  4. Cry Baby – Janis Joplin / Pearl
  5. The four horsemen – Metallica / Kill‘ em all
  6. I’m on fire – Heather Nova / Wonderlust
  7. Soul Man – Bluesbrothers / Briefcase full of blues
  8. The truth – Clawfinger / Deaf dumb blind
  9. Fucking hostile – Pantera / Walk
  10. Mother – Danzig / Danzig
  11. Hurt – Johnny Cash – The legend of
  12. Black No. 1 (Little Miss scare all) – Type O Negative / Bloody Kisses
  13. Money for nothing – Dire Straits / Money for nothing
  14. Roxanne – The Police
  15. Erase – Gorefest / Erase
  16. Slave to the grind – Skid Row / Slave to the grind
  17. Supersonic speed – Die Happy / Supersonic speed
  18. Sex on fire – Kings of leon / Only by the night
  19. Resurrection – Sodom / Better off dead
  20. Honky tonk woman – Rolling Stones – Get yer ya-ya’s out
  21. Fortunate son – Creedance Clearwater Revival / Willy and the poor boys
  22. Wild and wonderful – The Almighty / Powertrippin Bonus Live Disc
  23. Jailbreak – Thin Lizzy / Still dangerous
  24. Summertime Blues – Rush / Feedback
  25. Paranoid – Black Sabbath / Paranoid
  26. Roots bloody roots – Sepultura / Roots
  27. Script for a jester’s tear – Marillion / Script for a jester’s tear
  28. Say Hallelujah – Tracy Chapman / Let it rain
  29. Come Clarity – In Flames / Come Clarity
  30. Shine on you crazy diamonds – Pink Floyd / Prism
  31. Jailhouse Rock – Elvis Presley
  32. Propaganda – Engel / Absolute Design
  33. Great balls of fire – Jerry Lee Lewis
  34. Tribute – Tenacious D / Tribute
  35. Fell in love with a boy – Joss Stone / The soul sessions
  36. Foxy Lady – Jimy Hendrix – Experience Hendrix
  37. The song remains the same – Led Zeppelin / Houses of the holy
  38. Sober – Tool / Undertow
  39. Moonshadow – Cat Stevens / Teaser and the firecat
  40. Old town – The Corrs / Home
  41. Suddenly I see – KT Tunstall / Eye to the telescope
  42. The Bard’s song – Blind Guardian / Live 2003
  43. Symphony of destruction – Megadeth / Countdown to extinction
  44. Ironic – Alanis Morissette / Jagged little pill
  45. Sunday bloody sunday – U2 / War
  46. Black in black – Shakira / Live & Off the record
  47. South of heaven – Slayer / South of heaven
  48. When Love comes to town – Herbie Hancock (Feat Joss Stone And Jonny Lang) / Possibilities
  49. Fear of the dark – Iron Maiden / A real live one
  50. O Zorbas – Mikis Theodorakis / Zorba, the Greek

Da ich der letzte in der Gruppe war, konnte ich das Experiment mit meiner Musik abschließen. Zur Erinnerung: Im wöchentlichen Wechsel durfte nur die CD des Teilnehmers gehört werden, der gerade an der Reihe war. Alle Teilnehmer hörten also gleichzeitig die gleiche Musik. Wenn man selbst an der Reihe war, durfte man folglich nur seine eigene CD hören.

Dennoch bin ich froh, endlich wieder das hören zu können, was ich möchte. Beziehungsweise das Neue, das sich in den vergangenen sieben Wochen angesammelt hat. Und das ist nicht wenig. Der CD-Stapel oben im Bild zeigt nur einen Teil.

Es gibt viel zu tun …