Monthly Archives: März 2010

Der Astra-Konfigurator, menschlich

Opel-Logo. (© GM Corp.)

(© GM Corp.)

Die Wunsch-Konfiguration konnte ich mittlerweile auswendig aufsagen. Unzählige Male hatte ich auf der Opel-Seite mein zukünftiges Auto zusammengebaut. Über alle möglichen Motorisierungs-Typen und Extras hatte ich mich im Vorfeld informiert, langwierige Beratungsgespräche dürften also nicht notwendig sein. Nur ein paar kleine Änderungen und Wünsche hatte ich notiert, die sich mit dem Konfigurator nicht realisieren ließen. Wenn das eine Extra hinzugefügt wird, fällt ein anderes raus. Obwohl ich beide haben will. Solche Sachen. Dieser Mangel an Flexibilität ist bei einem Programm nachvollziehbar, würde bei der tatsächlichen Bestellung, also bei einem Menschen, wohl nicht auftreten. Dachte ich.

Natürlich kam es anders. Das lag in erster Linie daran, dass der Händler für das Zusammenstellen des Wagens genau den gleichen Konfigurator benutzen musste wie der Kunde vor der Webseite. Der einzige Unterschied: Bei ihm lief der Konfigurator nicht auf einer Webseite, sondern als Applikation auf dem Rechner. Was wiederum bedeutet, dass der Händler mitnichten flexibler reagieren kann. Der am häufigsten gesprochene Satz des Händlers war also folgerichtig: „Geht nicht.“

Und ich fragte jedes Mal zurück: „Warum geht das nicht?“

Eine Frage, die mir der Händler in keinem der Fälle beantworten konnte. Ich bekam immer nur das recht hilflose „das ist bei Opel nicht vorgesehen“ zu hören. Ein kleines Beispiel: Bei einer bestimmten Ausführung bekommt das Auto 17-Zoll-Reifen und Leichtmetallfelgen. Diese Felgen haben zehn Speichen und sehen … in meinen Augen nicht gut aus. Ich wollte genau dieses Paket – aber Räder mit fünf Speichen. Das mag nun kleinlich klingen, aber das Auto werde ich vermutlich über viele Jahren fahren und möchte, dass es meinen Vorstellungen entspricht.

„Ich möchte diese Ausführung, aber Räder mit fünf Speichen.“

„Geht nicht.“

„Warum nicht?“

„Weil Opel das so vorschreibt.“

„Aber die Räder sind doch von der Bauart und vom Preis identisch. Es würde nichts ausmachen.“

„Schon, aber es geht halt nicht.“

„Meine Güte. Dann kommt das Auto eben mit den 10-Spechen-Rädern hier an, sie schrauben sie ab und die mit den fünf Speichen wieder dran. Sie werden doch wohl ein paar Räder hier auf Lager haben.“

(lacht gequält) „Nein, haben wir nicht.“

„Das meinen Sie jetzt nicht ernst, oder?“

„Doch, leider.“

„Ich kann ja auch wieder gehen.“

„Moment …“

Der Händler griff zum Telefon und rief jemanden an, der offenbar mehr zu diesem Thema wusste. Rund zehn Minuten dauerte das Gespräch … und brachte uns nicht weiter. Opel will nicht, und das hat der Kunde offenbar hinzunehmen. Angesichts der Krise, in der der Konzern steckt, hätte ich das nicht erwartet. Und das Beispiel mit den Felgen ist nur eines von vielen. Mittlerweile weiß ich, dass das kein spezielles Opel-Problem ist. Offenbar handelt der Großteil der Autokonzerne so.

Opel Astra, neu (© GM Corp.)

(© GM Corp.)

Letztendlich habe ich doch das Auto so zusammenbauen können, wie ich es haben wollte. Ganze drei Stunden hat das gedauert und hat sowohl mich als auch den Händler an den Rand des Wahnsinns getrieben. Im Fall der Räder wurde ein anderes Ausstattungspaket gewählt (das von Haus aus mit fünf Speichen kam), allerdings ein paar Extras weniger bot als das anderen Paket. Die fehlenden Spielereien bekam ich aber ohne Aufpreis hinzu. Eine gewisse Flexibilität gibt es also doch.

In einem anderen Fall wollte ich eine bestimmte Innenbeleuchtung haben. Es folgte der übliche Dialog mit „Geht nicht“ und „Warum?“. Irgendwann fanden wir heraus, dass die Innenbeleuchtung schon dabei war, weil sie zusammen mit einem bereits gewählten Extra automatisch hinzugefügt worden war. Leider stand das nirgendwo und erst ein weiterer Anruf des Händler bei Opel brachte Erleuchtung. Ich führe das mal auf die Kinderkrankheiten des Systems zurück. Das Astra-Modell ist schließlich gerade erst herausgekommen. So sind vermutlich auch die fehlenden Kenntnisse des Händler zu erklären – es war alles noch zu neu.

Der Autoverkäufer hat vermutlich drei Kreuze gemacht, als wir das Ganze hinter uns gebracht hatten. Später sagte er mir, dass er ab einem bestimmten Zeitpunkt glaubte, einen Testkäufer vor sich zu haben. Weil ich so viele komische Fragen gestellt hätte. Komische Fragen? Na ja. Ich wollte zum Beispiel wissen, wie viele Airbags das Auto serienmäßig hat. So komisch finde ich die Frage nicht.

Doch es soll hier nicht der Eindruck entstehen, dass ich mich über den Händler beschwere. Der tat sein Bestes, scheiterte aber oft an den skurrilen Vorgaben der Zentrale. Dass das Auto so gebaut wurde, wie ich es gerne haben wollte, habe ich seinem Einsatz zu verdanken. Gut möglich, dass sich ein anderer Händler nicht so viel Mühe gemacht hätte.

Heute rief er an. Das Auto sei fertig und könne in ein paar Tagen abgeholt werden. Wann ich denn vorbeikommen wolle?

Zugegeben, jetzt bin ich nervös. Und habe mir als erstes die Details die Bestellung, also die Konfiguration, noch einmal durchgelesen. Fünf Speichen, Innenbeleuchtung – das alles ist dort ausdrücklich vermerkt. Ich werde die Liste zur Übergabe mitnehmen. Sicher ist sicher.

Siehe auch: Eine kleine Auto-Serie.

II. Rock-Hard-Night am 30.04.2010

Auch wenn mir die Teilnahme am Musik-Experiment (siehe auch hier) derzeit das Höhren von Non-Experiment-Musik verbietet: Konzerte sind immerhin erlaubt. Leider steht zurzeit nicht viel auf dem Programm, umso größer ist daher die Vorfreude auf die Warm-Up-Party zum Rock-Hard-Festival 2010:

Am 30. April 2010 geht die Rock-Hard-Night im FZW Dortmund in die zweite Runde:

Am 30. April (´Tanz in den Mai´) findet eine große ROCK HARD FESTIVAL WARM-UP-PARTY im Dortmunder FZW statt. Als Headliner eines besonderen Abends mit einigen speziellen Bonus-Events werden D-A-D mit voller Show spielen! Weitere Bands werden in Kürze bekannt gegeben.

Tickets gibt es bei Rock Hard unter der Festival-Hotline (0231-562014-40), über die Festival-Homepage (www.RockHardFestival.de) oder per E-Mail (festival@rockhard.de).

Die Anzahl der Tickets ist auf 1.000 Stück limitiert. Preis: 25 Euro im Vorverkauf (zzgl. 10% VVK-Gebühr). Festivalticket-Besitzer, die ihr Ticket über Rock Hard (im Vorverkauf) kaufen, erhalten 5  Euro Eintrittsermäßigung!

Nach der gelungenen Premiere am 30. Januar sei die Rock-Hard-Night wärmstens empfohlen. Und mit D-A-D spielt eine Band, die für ordentlich Spaß sorgen wird.

… Tote müssen sich selbst abmelden

Über die Finanzkatastrophe in Griechenland kann und will ich momentan nicht allzu viel schreiben. Hier nur ein kleines Zitat aus einem Spiegel-Artikel, als kleines Beispiel für die bizarre Situation im Land:

… Dazu passt auch, dass bei der letzten amtlichen Erhebung zwischen 40.000 und 60.000 Tote noch Rente bezogen, zum Teil seit Jahren, erzählt ein Beamter – Tote müssen sich nämlich selbst abmelden bei der Rentenkasse.

Spiegel, über die Pleite in Griechenland.