Yin und Yang

Die Filialen der Deutsche Post haben einen Nachteil. Sie stehen mir nie zur Verfügung, wenn ich sie mal brauche. Zumindest ist das das Ergebnis meiner persönlichen, höchst subjektiven und auf keinerlei statistischen Standards fußenden Datenauswertung. Wenn Einschreiben zu frankieren, Postwertzeichen zu kaufen oder Pakete abzugeben sind, hat meine Postfiliale geschlossen. Oder die Mitarbeiter sind gerade zu einer Betriebsversammlung. Und die im Nachbarort auch. Immer. Grundsätzlich. Nun, jedenfalls in allen Fällen, an die ich mich erinnern kann. Es kann zwar sein, dass ich andere Fälle, in denen die Filiale geöffnet hatte und ich alle meine Arbeiten erledigen konnte, vergessen habe. Das spielt hier aber keine Rolle. Bleiben wir dabei, dass die Postfiliale geschlossen hat. Und zwar immer dann, wenn ich gerade dahin will.

Umso erstaunlicher war es, dass genau das jüngst nicht eintrat. Ich hatte diverse Postgeschäfte zu erledigen, ging zur Filiale … und stand erstaunt vor geöffneten Türen. Das Staunen wuchs, als nicht einmal lange Schlangen von Menschen vor den Schaltern standen. Im Grunde war niemand in der Filiale. Außer den drei Postbeamten, die nichts zu tun hatten, und mir. Dieser Zustand muss in der Filiale schon eine ganze Zeit angehalten haben, denn alle drei Mitarbeiter sahen mich hoffnungsvoll an, wollten mich mit freundlichem Zunicken an ihren jeweiligen Schalter locken. Ich wählte den Mittleren und versuchte, die enttäuschten Gesichter der anderen Beiden zu ignorieren. Innerhalb kürzester Zeit waren meine Postgeschäfte erledigt.

Erstaunlich.

Doch das Universum ist auf Gleichgewicht bedacht. Und das hätte ich eigentlich wissen müssen.

Nach der Post sollten noch andere Aufgaben erledigt werden. Ein Rezept bei meiner Ärztin abholen, zum Beispiel. Ich ging zur Praxis – nur um vor verschlossener Türe zu stehen. „Unsere Praxis hat heute und in den kommenden zwei Wochen geschlossen“, stand auf einem an der Tür geklebten Blatt.

Ok. Nächste Aufgabe. Ich muss zum Friseur. Es war zwar ein Montag, da haben die meisten Friseure geschlossen. Aber nicht die Ketten, die mir genügen. Ich lief also Friseur – nur um vor verschlossener Türe zu stehen. „Der Laden bleibt heute geschlossen“, stand auf einem an der Tür geklebten Blatt. Warum, wieso, weshalb? Keiner weiß es.

Es ist letztlich aber auch egal. Denn das Universum zeigte auf dieser Art, was es mit Gleichgewicht meint. Und zwar: „Du kannst nicht erfolgreich Post-Geschäfte erledigen und davon ausgehen, am gleichen Tage noch andere Aufgaben erledigen zu können!“

Yin und Yang. Wer nicht daran glaubt, sollte einen Post-Tempel besuchen. Er wird bekehrt.

Mal was Nettes über Nickelback

Nickelback ist vor allem eines: polarisierend. Die Typen sind zwar erfolgreich und eine Menge Leute mögen die  Band. Aber genausoviele, wenn nicht gar mehr, können Nickleback nichts abgewinnen. Manche sprechen ihr gar die Existenzberechtigung ab.
Nun. So weit würde ich nicht gehen. Aber ich mag sie nicht.
Irgendjemand schrieb einmal, Nickelback machen „grauenhaften Gebrauchsrock“. Treffend formuliert. Gebe es ein Programm, das Riffs und Melodien automatisiert so zusammenbaut, dass ein Rocksong eine möglichst große Masse an Menschen anspricht, somit den kleinsten gemeinsamen Nenner errechnet – es wäre ein Nickelback-Song.
Glattgeschliffen, höchstmöglicher Mainstream, seelenlos.
Seit geraumer Zeit wechsle ich den Sender oder schalte das Radio ganz aus, wenn ein Nickelback-Song angespielt wird. Es macht mir schlicht keinen Spaß, den polierte Sound zu hören.
Dann nahmen sich Nickelback Don Henleys Song „Dirty Laundry“ vor. Der Song lief im Radio  – und ich blieb dran. Ich musste dranbleiben.
Huh. Riffs, die in der Magengrube einschlagen und sich dort breit machen. Schön schmutzig, mit treibendem Schlagwerker-Einsatz und mit Gitarrenlinien, die die Laune heben.

 

Zum Nickelback-Fan macht mich der Song noch lange nicht. Aber dieses Stück haben sie ziemlich gut hinbekommen. Muss auch einmal gesagt werden.

Warum es sich lohnt, „Die Anstalt“, ZDF, zu schauen

  1. Erkenntnisse und Einblicke auch dann, wenn gelegentlich Schwierigkeiten mit der Einordnung handelsüblicher Nachrichten und gesellschaftspolitischer Themen auftreten.
  2. Es folgt, bei aufmerksamem Zuhören: Horizonterweiterung, gratis.
  3. Nur eines von sehr vielen guten Argumenten, warum der Rundfunkbeitrag sinnvoll ist.
  4. Wenn das immer noch nicht reicht: In der verlinkten Sendung kommt auch das Wort „fickbar“ vor.

 

Im Reisebüro

Ins Reisebüro eines Clubs für Automobilbesitzer gegangen.

„Guten Tag, wir hätten gerne eine Reise.“
„Tut mir leid, Reisen geht heute nicht. “
„Ach. Ist das hier nicht das Reisebüro?“
„Schon. Aber die Reiseverkehrsfachfrau ist krank.“
„Und Sie können Reisen nicht?“
„Nein. Ich kann nur Versicherungen.“

Das ist ungefähr so, als wenn der Restaurant-Kellner nur einen Haarschnitt anbietet, weil dem Koch unpässlich ist.